Samstag, 8. November 2008

Yashow Cheap Market

Am Samstag haben wir dann was touristisch typisches gemacht...
Sightseeing?
Nein!! SHOPPING!
Da es hier gerade vom Wetter her nicht so schön ist (diesig und kalt) werden wir wohl die schönsten Attraktionen entweder im klaren Winter oder im blühenden Frühling besuchen.
Samstag waren wir deshalb auf dem Yashow Markt in Sanlitun...ein vierstöckiges Einkaufscentrum mit vielen kleinen Ständen drinnen, die fast alle das Gleiche verkaufen und zwar mehr oder minder gute Kopien von Markenartikeln.
Untergeschoss: Schuhe, Schuhe und nochmal Schuhe, das gleiche Mit Handtaschen, Koffern und Gürteln. Ein paar Stiefelchen bekommt man hier schon für 50 Yuan angeboten (knapp 6 Euro). Wir haben allerdings erstmal nur geguckt und uns gerade mal eine Handtasche für 50 Yuan gegönnt...aber Schuhe sind dann nächstes mal dran.
Die anderen Stockwerke sind von Klamotten beherrscht: T-Shirts, Pullis, Jeans...was das Herz begehrt...meist mit nem gefälschtem Logo, teils zum Glück auch ohne.

Nach dem Bummel durch das Kaufhaus haben wir lecker Jiaozi und Baozti gegessen (verschiedene Teigtaschen) an ner kleinen, schäbig aussehenden Bude bei uns um die Ecke (aber lecker!! und günstig!!!)

Der Shopping-Trip ging dann weiter mit einer Fahrt ins Decathlon Outlet. Decathlon ist ein französischer Sportartikel- Hersteller und vekauft hier auch in nem großen Outlet seine Artikel zu günstigen Preisen. Unser Taxifahrer wusste leider nicht so recht wohin und hat uns durch irgendwelche Industriegebiete gekarrt. Aber ich habe mit meinen Paar Brocken Chinesisch sogar hinbekommen, ihm zu erklären, dass wir nicht die ganze Rechnung zahlen, da er mit uns ja noch sonst wo längs gefahren ist...er hat gelacht (ich glaube mich beschimpft - aber verstehe ich ja nicht) und akzeptiert...der Einkauf war auch ein voller Erfolg...so günstig: Sporttop für 6 Euro, Hosen für ca 15 Euro, Fleecepullis auch für 6 Euro...supi!

Das war also unser erstes Shopping Abenteuer...es werden wahrscheinlich noch viele folgen!

Wangfujing Dajie Nightmarket

Am Freitag Abend haben wir uns nach einer mehr oder minder harten Arbeitswoche auf den Weg zum Nachtmarkt in einer kleinen Seitengasse der Wangfujing Dajie gemacht. Da diese Strasse unweit des Tiananmen-Platzes und der Verbotenen Stadt ist, haben wir uns dort mit dem Taxi hinfahren lassen und natürlich gleich ein paar Sightseeing-Fotos gemacht:



Zu Fuss sind wir dann das Stück zurück zur Wangfujing Dajie gelaufen. Dies ist eine Fußgängerzone, wo sich diverse Kaufhäuser befinden. Und in einer der Seitenstraßen fanden wir dann unser Ziel: den Nightmarket mit seinen diversen Essensständen. Hier bekommt man nun Dinge auf Spießen zu essen, wo es einem die Nackenhaare aufstellt: Skorpione, die vor ihrer Zubereitung im Bratfett noch fleißig strampeln, wenn man sie anpustet, Seepferdchen, Heuschrecken, Maden und andere Insekten...aber zur Verteidigung: es gab auch ganz normale Fleischspieße und leckere karamellisierte Fruchtspieße...aber das ist ja nun nicht sooo interessant ;o)



Sebastian hat ja sogar einen Skorpion probiert und meinte "Der schmeckt wie nen Chio Chip!" *brrr* Ich hab dann lieber so ein Teigbällchen gegessen, in dem glaube ich irgendwas fischiges mit drin war (war es Tintenfisch? ich weiß es nicht...).

Nachdem wir diese kleine Seitengasse kulinarisch durchforstet hatten, sind wir die Wangfujing Dajie noch ein Stück weiter hoch gegangen und an der nächsten großen Straßenkreuzung gab es dann weitere Essenstände, die dann auch noch Leckereien wie Schafshoden und "Dog Meat Pot" angeboten haben.



Dieser Nachtmarkt war auf jeden Fall einen Besuch wert. Man muss aber dazu sagen, dass selbst Chinesen dort sehr amüsiert und teils angewiedert durchgehen...auch hier ist es nicht normal, solche Dinge zu essen. In der Vergangenheit mag man in China aufgrund von großen Hungersnöten darauf angewiesen gewesen zu sein, alles nahrhafte zu essen und daher kommen wohl auch diese Auswüchse der Esskultur...

Dienstag, 4. November 2008

Meine Wohnung

So, ich schulde euch noch die versprochenene Fotos meines neuen Domizils. Habe deswegen vorhin etwas aufgeräumt und mal ein paar Fotos geschossen.

Hier zunächst mein Wohnzimmer, das man sofort betritt, wenn man durch die Haustür kommt:


Ebenfalls im Untergeschoss befinden sich Essecke und Küche. Die Küche ist allerdings nur auf den ersten Blick fantastisch, da z.B. ein Herd überhaupt nicht vorhanden ist...und der Kühlschrank steht übrigens im Wohnzimmer ;o)

Dann gibt es im Untergeschoss noch mein Badezimmer, dass ich euch nicht vorenthalten möchte, sowie die schöne Wendeltreppe in mein Obergeschoss:


Und im Obergeschoss wartet meine Wohnung dann noch mit einem kleinen, dunklen Arbeitszimmer und einem netten Schlafzimmer mit Wandschrank und steinharter Matratze auf:


Soviel zu meiner Wohnung im Star City Komplex.
Von der Lage her auch sehr gut gelegen, ich kann zu Fuß zur Arbeit laufen, was ungefähr 15 Minuten dauert, auf dem Nachhauseweg kann ich nen kleinen Umweg gehen und beim Makro Markt vorbeischauen, der so aus dem Food und Non-Food Bereich so einiges an chinesischen Besonderheiten zu bieten hat, weswegen ich da immer staunend durch die Regalreihen schlender und trotzdem jedesmal was vergesse, was ich eigentlich kaufen wollt ;o) Im Star City Komplex selber ist dann auch noch ein Fitness-Studio, für das ich mich heute angemeldet habe, auf dass ich dann demnächst mit den Chinesen sporteln kann. Dazu dann bestimmt noch mal mehr...


Montag, 3. November 2008

Erster Arbeitstag

Heute war dann also mein allererster Arbeitstag in Peking...und ich habe ihn beinahe verpennt! Habe gestern wohl aufgrund des Jetlags den Wecker falsch gestellt, zumindestens sprang er heute nicht an! Zum Glück bin ich von alleine um 8h15 wach geworden, hatte dann aber nur noch ne halbe Stunde, da um 8h45 ja der Fahrer vor der Tür auf mich warten würde...also: schön gehetzt!
Ging aber alles glatt und so landete ich bei SFAE. Ich wurde dort sehr nett empfangen, erstmal allen vorgestellt und habe echt Sorge, dass ich die ganzen Namen nie auf die Reihe bekommen werden. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass an meinen Arbeitsplatz kein PC installiert ist. Wenn ich alles richtig verstanden habe, bekomme ich nen Laptop, allerdings muss bei dem vorher noch die Festplatte ausgetauscht werden, was meine Cheffin in Auftrag geben wollte. Da ich also nicht wirklich was zu tun hatte, wurde ich zunächst mit Siemens Zeitschriften zum Lesen angeregt. Als ich damit allerdings durch war, wurde hektisch nach neuer Lektüre gesucht, weshalb kurzzeitig ein Dessous-Katalog zum Durchblättern bei mir lag und ich dann mit nem Lonely Planet für Vietnam wieder dauerhaft beschäftigt wurde ;o) Wirklich sehr lieb von meinen chinesischen Kolleginnen.
Auch ansonsten sind die sehr putzig anzuschauen: Die eine bekam ein Paket, wo sie wohl für sich und die Cheffin Oberteile bestellt hatte. Als das Paket ausgepackt wurde, mussten ersteinmal alle gucken...erinnert mich ein bisschen an Eva und mich, wenn wir uns unsere Esprit-Pakete ins Büro haben liefern lassen und am liebsten auch sofort eine Modenschau gemacht hätten ;o)
Zu Mittag ging es dann in ein Restaurant um die Ecke. War lecker dort. Haben Lotuswurzel gegessen (leicht süßlich) und diverses Gemüse sowie Schrimps und Huhn...hat mir alles gut geschmeckt und es war nichts dabei, wo ich abdanken müsste.
Zurück im Büro dann der Knaller: Meine Cheffin kommt zu mir und sagt, ich könne heute früher gehen, weil ich ja bestimmt noch viel für die Wohnung erledigen müsste und ich ja momentan eh nichts machen könnte. Ich hab dann noch gefragt, wie lange das mit dem Laptop dauert. Sie meinte, alles kein Problem, es hat Zeit, meine Aufgaben sind nicht so dringend (ach ja? Danke...).
Bin dann also zeitig los und war noch im Makro Markt einkaufen...ein riesen Einkaufcentrum wie z.B. real nur halt auf chinesisch. Soll heißen: Der Fischstand sieht aus wie auf nem Wochenmarkt (nur ohne großartige Kühlung) und hier werden Sachen auch gerne marktschreierisch an den Mann gebracht. Aber viele außergewöhnliche Sachen gibt's. Da braucht man irgendwie doppelt so lange, da man erstmal alles beäugen muss ;o)

Heute nachmittag habe ich mich dann noch mit meinem Bruder getroffen, der gerade für ein paar Tage in Peking ist. Wir waren in Houhai, das neue In-Viertel Pekings am Houhai-See. Ganz viele kleine Bars und Restaurants sowie Geschäfte schlängeln sich am Ufer des Sees sowie an den darumliegenden Kanälen. Im Sommer stelle ich mir das ganz schön vor, da draußen am Wasser zu sitzen. Wir haben und aufgrund der in der Dämmerung stark abfallenden Temperaturen allerdings entschlossen drinnen zu sitzen. Bierchen für 1,50 Euro! Das nenn ich mal nen guten Preis ;o)
Auf dem Rückweg hatte ich noch einen lustigen Taxifahrer: er wollte sich gerne mit mir unterhalten! Habe mein bestes gegeben und konnte Fragen wie "Wo kommst du her?" und "Magst du China?" schon einigermaßen beantworten...ich glaub er war nachher etwas enttäuscht, dass ich ihn nicht mehr verstehen konnte.

Soviel zu meinem ersten Tag. Schon sehr spannend, ich hoffe, es folgen noch viele solcher interessanten Tage!

Sonntag, 2. November 2008

Ankunft in Beijing

So, heute ist der Tag also gekommen: Ich fliege nach China!!
Mit viel Herzschmerz habe ich mich von Freunden und Familie verabschiedet und bin meine Reise angetreten. Über München gings direkt nach Peking. Der Flug war relativ angenehm...bis auf die leicht angetrunkenen Russen vor mir, die nicht müde waren und non-stop geredet haben und der Tatsache, dass ich meine optimale Schlafposition erst 3 Stunden vor der Landung fand.
Reichlich übermüdet also aus dem Flieger gestiegen und dann mit Carmen, die auch in Peking ist und zufällig im gleichen Flieger saß, durch die Passkontrolle und zur Gepäckaufgabe durchgekämpft.
In der Ankuinftshalle wurde ich zum Glück von meinem Chef willkommen geheißen und gleich per Fahrer in mein neues Domizil gebracht: Star City. Soweit alles ganz nett, Fotos werde ich dann, wenn ich hier alles ordentlich weggeräumt habe, auch mal machen und einstellen.

Den ersten Tag hier habe ich zunächst mit Auspacken und Schlafen verbracht ;o) Am Nachmittag habe ich mich zusammen mit den anderen neuen Informanden mit Ines getroffen, die schon seit Mai hier ist. Sie hat uns ein wenig die Umgebung gezeigt und war lecker mit uns essen. Für mich noch total unglaublich, wie einfach sie sich hier zurecht findet und auch auf chinesisch recht gut zurecht kommt. Ich hoffe, dass sich das bei mir die Tage auch noch einstellt.

Nun heißt es aber Schlafenszeit, um das Schlafdefizit durch den Flug wieder aufzuholen und morgne frisch zum ersten Arbeitstag zu erscheinen.

POS Berlin

Bevor ich richtig ins Ausland starten kann, steht ersteinmal das sogenannte POS (Performance Oriented Seminar) in Berlin. Hierzu treffen sich alle Informanden des Jahrgangs 10/2008 und werden noch mal auf der breiten Palette geschult: Englisch, Präsentationstraining, diverse kaufmännische Themen, einige spaßige Planspiele, ein interkulturelles Training und für uns Pekinesen gabs auch noch mal ein paar Happen Chinesisch...alles im Allem ganz spannend und interessant, aber vielleicht nicht so sehr, dass ich das hier ausführlich breit treten muss. Da lass ich mich lieber über die kleine feine Abendgestaltung aus ;o)

Da wir ja aus allen Windrichtungen Deutschlands stammen, durfte natürlich ne waschechte Kölnerin auch nicht fehlen, die uns gleich mal in die Ständige Vertretung in Berlin schleppte, wo es lecker Kölsch und Flammkuchen gab:


Eine weitere kulinarische Reise unternahmen wir dann noch während einer Pause im POS: das bayerische Weißwurstfrühstück: Vom Münchener frisch eingeflogene Weißwürste mit süßen Senf und Brezeln mit Butter...auch sehr lecker!

Ein weiteres Highlight in Berlin war der Besuch des Eishockeyspiels der Eisbären Berlin. Nachdem wir uns nen Bierpass besorgt haben (10 Bier für je 3,00 Euro statt 3,20 Euro) gings ab auf unsere Plätze...schön alle in einer Reihe...Mordsgaudi!



Und zuguterletzt darf natürlich das klassische Tanzen Gehen auch nicht Fehlen. Mein Favorit war dabei das Adagio am Potsdamer Platz. Da waren wir mit der ganzen Bagage und haben richtig abgehottet:


Sehr lustig an diesem Abend war auch noch, dass hohe Prominenz den Club mit uns teilte: Im "VIP-Bereich" erspäten wir Deutsch-Rapper Bushido...hier das Beweisfoto ;o)


Alles in Allem war es eine lustige Zeit: interessant mal wieder in Berlin zu sein und wieder die Räume der Berufsschule heim zu suchen und vor allem toll, so viele neue Leute kennen zu lernen, die sich nun in die Weiten der Welt verstreut haben.