Dienstag, 12. Mai 2009

12.05. - Erinnerungen an das Erdbeben

Vor genau einem Jahr wurde die chinesische Provinz Sichuan von einem starken Erdbeben erschüttert. 70.000 Menschen sind dabei ums Leben gekommen oder verschüttet worden, 5 Mio Menschen sind dadurch obdachlos geworden.

Was vor einem Jahr dazu führte, dass in der Vor-Olympia-Berichterstattung auch mal ein gutes Haar an China gelassen wurde (aufgrund der gut organisierten Hilfsaktionen) und den Blick vom Tibet-Konflikt in eine andere Richtung gelenkt wurde, hat sich tief in das chinesische Gemeinschaftsbewusstsein gegraben. So gibt es aktuell, genau ein Jahr nach der Verwüstung, eine Vielzahl an Berichten, die über das Leben der Menschen berichten, die in der Region obdachlos geworden sind oder Familienangehörige verloren haben.

So sieht man im Fernsehen Geschichten von jungen Paaren, die ihr Kind verloren haben, nun aber neuen Nachwuchs erwarten, von einem Hochzeitspaar, dass sich vor den Ruinen ihres geplanten, gemeinsamen Eigenheims einfinden um dort zwischen den Trümmern ihre Hochzeitsfotos schiessen zu lassen oder von dem Waisenjunge, der bei dem Erdbeben seine Eltern verlor. Sehr bewegende Bilder und Berichte aus dieser Region, die immer noch verwüstet ist.

Heute früh sah ich dann die Bilder vom gestrigen Abend in Wenchuan Country, dem Epizentrum des Erdbebens, wo ein Monument errichtet wurde, um der Opfer zu gedenken und wo Hu Jintao, der chinesische Staatschef, in einem Staatsakt sein Mitgefühl ausdrückte.

Solch eine Berichterstattung habe ich in Deutschland noch nie erlebt...in Deutschland wird sensationshungrig zum Elend gegangen aber es wird selten gezeigt, wie es den Leuten denn später ergeht, wie sie ihre Existenz wieder aufbauen. Vielleicht ist das auch ein grosser Mentalitätsunterschied zwischen den Deutschen und den Chinesen...

Sonntag, 10. Mai 2009

Mein Geburtstag

Letzte Woche hatte ich ja Geburtstag (auf diesem Wege auch noch mal vielen Dank für die vielen Glückwünsche!). Und getreu der deutschen Lesart, habe ich hier auf der Arbeit am Nachmittag Torte ausgegeben. Als ich mit den Kartons der Bäckerei ins Büro kam, war ich dann aber doch etwas verwirrt: die Chinesen ignorierten diesen Umstand komplett. Selbst als ich anfing, die Torten auszupacken und die Tellerchen parat zu legen, wurde weiterhin stur auf den Bildschirm geguckt. In Deutschland hätte mich schon jeder zweite Kollege gefragt, wofür den der Kuchen sei und das es doch nicht notwendig gewesen wäre, und so weiter...aber hier musste ich doch ganz driekt jeden ansprechen :o) Aber dann war es doch noch ganz nett und wir haben uns ein wenig über die vergangenen Maifeiertage unterhalten.

Meine chinesischen Kolleginnen war gar nicht bewusst gewesen, dass ich Geburtstag hatte. Aber als es ihnen dann auffiel, wurde auch sofort was unternommen: ich wurde für den folgenden Abend zur Karaoke eingeladen! Am Dienstag ging es dann direkt nach der Arbeit mit meiner Cheffin aus dem Controlling sowie einer handvoll Kolleginnen zur Karaoke-Bar. Das ist hier ja nicht wie in Deutschland ein grosser Raum, sondern ein Komplex mit vielen unterschiedlich grossen Räumen, die man dann bucht. Essen sowie alkoholfreie Getränke sind ebenfalls inklusive. In meinen speziell gelagerten Sonderfall gab es sogar noch eine gratis Geburtstagstorte (aber erst, nachdem ungefähr jeder Mitarbeiter mal einen Blick auf meinen Pass geworfen hat, ob ich den tatsächlich gestern Geburtstag hatte!).

Und dann gings zunächst ans Essen und dann ans Singen...die englischen Lieder musste ich zwar fast immer alleine singen (mit meiner schrägen Stimme, und dann auch noch nüchtern! *Horror*) aber es war ein grosser Spaß!




Kurz vor 22h war aber auch der Spaß zuende, ich wurde in ein Taxi gesetzt und hab nun die Aufgabe, ein chinesisches Lied Karaoke-sicher zu beherrschen bis wir das nächste mal losziehen.

Shanghai

Über die Maifeiertage hat es Jan und mich diesmal nach Shanghai gezogen. So ging also am Mittwoch mein Flieger Richtung Shanghai, wo dann schon der Pick-Up-Service von unserem Hotel auf mich wartete. Unser Hotel war wirklich klasse: Eine Empfehlung von Jans Arbeitskollegen. Eine kleines Boutique Hotel, das gerade erst eröffnet hatte, nur über eine kleine Anzahl von Zimmer verfügte (die aber voll und ganz durch die Ausstattung und Optik überzeugten!) und wo wir an dem Wochenende scheinbar die einzigen Gäste waren, wodurch uns die volle Aufmerksamkeit des Personals gesichert war :o)

Am Donnerstag führte unser Weg zunächst zu dem Schneider, der uns von Katja und Sebastian empfohlen wurde. Dort wurden dann Anzüge und Hemden bzw. Blusen geordert, und danach konnte dann auch das Sightseeing-Porgramm beginnen: Gestartet haben wir am Bund, der Promenade, die einen Blick auf das moderne Pudong bietet, selber aber mit alten Gebäuden aufwartet. Der Blick war durch einen riesigen Bauzaun etwas getrübt, trotzdem haben wir es geschafft, ein paar schöne Bilder zu schiessen. Hier wurden wir dann auch von einer chinesischen Gruppe angesprochen, zunächst nur, damit wir ein Foto von ihnen machen, dann haben wir uns aber noch ein wenig unterhalten (wo wir herkommen, was wir so machen) und dann wurden wir gefragt, ob wir nicht Lust hätten, an einer Teeverkostung teilzunehmen. Da die drei nicht so wirkten, als wollten sie nur einen Touri-Nepp durchführen, haben wir "ja" gesagt und hatten dann eine sehr lustige Teeverkostung ( der eine hat für uns immer übersetzt, was die kleine Chinesin, die den Tee aufgoss, erzählte, und sage jedesmal "The beautiful woman said..." sehr lustig) Einige Tassen Tee spaeter, hiess es dann allerdings Abschied nehmen, da noch mehr auf unserem Tagesplan stand.



Und so machten wir uns auf nach Pudong und nutzten dafür den sogenannten "Sightseeing Tunnel". man fährt in einer kleinen Kabine durch den Tunnel, der wohl von Kunststudenten, die gerne mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentieren, gestaltet: Klänge wie Unterwasser, bunte Leuchtstoffröhren, Blubbern und Rauschen, Aufblasfiguren...unbeschreiblich...unbeschreiblich schlecht! Man kann sich vorstellen, wie euphorisch wir waren, wo wir doch Retour gebucht hatten und wir später das Ganze nochmal erleben durften!

In Pudong haben wir uns dann zum Oriental Pearl Tower begeben, wohl das Wahrzeichen von Shanghai. Der Eintritt für alle Ebenen kostete unfassbare 15 Euro pro Person. Dafür ging's aber auch ganz nach oben mit einem tollen Blick über die Stadt. Ein kleines Highlight war für uns die Fahrt mit der Achterbahn, die in dem Tower steckt. Sie sah irgendwie verlassen aus, das Gatter zu, keine Menschen da. Jan wollte aber UNBEDINGT mit der Bahn fahren und guckte sich dann etwas genauer um und fand auch den Bediener des Ganzen. Somit kamen wir in den Genuß einer privaten Fahrt...seehr lustig!



Nach dem Oriental Pearl haben wir uns zum Jinmao Tower begeben, der in seiner Bauform an eine Pagode erinnern soll. Auch dort gibt es eine Aussichtsplattform, von der wir noch ein paar schöne Sonnenuntergangs-Aufnahmen machen konnten.


Dem Sightseeing für diesen Tag genug, sind wir zu einem japanischen Teppanyaki gegangen, wo wir uns den Tisch (und auch das Essen) mit einer Gruppe Franzosen teilten, die uns im Anschluss spontan eingeladen haben, sie mit zum Karaoke zu begleiten...gesungen haben wir zwar nicht, aber war doch sehr lustig!

Ursprünglich wollten wir einen Tag auch Shanghai verlassen und nach Suzhou fahren, das mit vielen kleinen Gärten ganz malerisch sein soll. Allerdings wurde uns von unserem Hotel davon abgeraten, da es aufgrund der Maifeiertage sehr voll sein würde. Also sind wir einen Tipp des Hotels gefolgt und waren in der Tian Zi Fang spazieren: eine kleine, verwinkelte Hutong-Gasse, in der sich kleine Gallerien, Geschäfte und Restaurants tummeln. Wirklich sehr schön und ein toller Tipp. Leider begann es dann noch zu regnen, weshalb weitere Sightseeing Aktivitäten ins Wasser fielen...weiterhin standen unsere Alternativ-Ideen an dem Tag unter keinem guten Stern (das ehemalige Wohnhaus von Mao war wegen Renovation geschlossen und das Museum total überrannt), so dass wir nen ruhigen Nachmittag in unserem Hotel genossen.

Desweiteren haben wir in Shanghai gesehen: den People's Square und die pulsierende Nanjing Road, den Jade-Buddha-Tempel sowie den Yuyuan Park mit den angrenzenden Bazaar. Touristisch- historisch hat Shanghai nicht allzu viel zu bieten, allerdings kann es durch sein westliches Flair echt überzeugen...

Krönender Abschluss für unseren Shanghai Besuch war für mich als Siemensianer natürlich die Fahrt im Transrapid zum Flughafen. Leider ist die Station, von der aus man startet, nicht wirklich zentral gelegen und man muss dort auch erstmal mit dem Taxi oder umständlich mit der Bahn hin. Aber von dort aus geht alles ganz schnell: rein in die Bahn, Abfahrt, einige Minuten später bei der Höchstgeschwindigkeit angelangt (431 km/h), dann schon wieder abbremsen und schon ist man am Flughafen!
Shanghai hat mir auch seeehr gut gefallen und ist auf jeden Fall eine Reise wert, nächstes mal werde ich mir dann aber auf jeden Fall die Zeit nehmen, die umliegenden Städte und Dörfer auch zu besuchen.
Fotos gibt's wie gehabt in meinem Webalbum.

Montag, 27. April 2009

A long walk for rain

Am vergangenen Wochenende bin ich dann endlich mal mit den Beijing Hikers wandern gegangen. Der Ausflug trug den Titel "A long walk for rain", da Dorfbewohner der Legende nach eben diesen Weg barfuss gegangen sind und als sie das Ziel erreichten, wurden sie mit dem lange ersehnten Regen belohnt.
Wir hatten auf dieser Wanderung festes Schuhwerk an, so kam es zu keinen spontanen Regengüssen!

Mit dem Bus ging es an den Ausgangspunkt unserer Wanderung, irgendwo im Pekinger Umland. Es ging einen Berg hinauf, wieder hinunter, durch einige Dörfer hindurch, den nächsten Berg wieder rauf, einen Pass entlang zur anderen Seite und dann wieder hinunter ins Tal, wo dann nach einer weiteren Stunde Marsch auch unser Zielpunkt lag.

Das Wetter war einfach super: strahlend blauer Himmel, nicht zu heiss, frischer Wind, so dass die Wanderung gut zu bewältigen war. Das einzig tückische war der sandig-rutschige Untergrund, der es verlangte, dass man die meiste Zeit den Blick auf den Boden gerichtet hielt und kaum was von der Landschaft mitbekam. Bei den kleinen Verschnaufpausen zwischendrin bot sich allerdings meist eine einfach tolle Aussicht!

Weitere Bilder der Wanderung gibt es hier.

Chinesische Oper

Das Wochenende nach Ostern war Jan dann zu Besuch in Peking und hat seinen Onkel mitgebracht. Da stand dann mal etwas Kultur auf dem Programm und so haben wir uns an die chinesische Oper gewagt.

Das Stück hieß "Peony Pavillion" und handelt von einem jungen Mädchen, dem im Traum ein gutaussehender Mann erscheint, in den sie sich sofort verliebt. Aufgrund dieser in ihren Augen aussichtslosen Liebe und wegen dem schwindenden Frühling stirbt sie (halt eine ganz sensible Seele). Doch der Traummann im wahrsten Sinne des Wortes existiert wirklich und hat auch sie im Traum gesehen. Als er dann ein Bild von ihr findet, betet er dieses geradezu an, was der Geist des verstorbenen Mädchens mitbekommt und ihn deshalb des Nachtens besucht und ihm letztendlich das Versprechen abringt, sie zu heiraten. Erst da verrät sie, dass sie nur ein Geist ist. Mit Hilfe einer Nonne lässt er das Mädchen exhumieren und der Geist fährt wieder in den Körper und die beiden sind glücklich bis ans Ende ihrer Tage (...oder so :o)

Also eine total süße Geschichte, das Ganze nun allerdings verpackt in die klassische chinesische Oper. Also Gesang, der in meinen westlichen Ohren etwas leihernd klingt, aber ja doch irgendwie eine Faszination auslöst. Dazu die schönen Kostüme und die aufwendige Schminke. Mir hat es sehr gut gefallen.


Tokio - Auf der Jagd nach der Kirschblüte

Am verlängerten Oster- Wochenende habe ich das chinesische Festland mal wieder verlassen und zwar in Richtung Tokio! Allein der Flug war schon ein Spektakel: bei Nacht, wolkenloser Himmel und dank Fensterplatz guten Blick auf das Land unter mir...was für ein Gefühl, plötzlich die chinesische Küstenlinie unter sich zu erkennen, darüber hinweg zu fliegen und zu wissen "Wow, ich habe soeben China verlassen" ;o)

Also in Tokio angekommen, Hotel bezogen, eine angenehmen Nachtruhe gehabt und dann am nächsten Tag ab auf die Jagd, auf die Kirschblütenjagd! Zunächst ging es in dem nahe gelegenen Ueno-Park, wo wir auch schon fündig wurden. Herrliche Blütenpracht in weiss bis zartrosa und ein Haufen Japaner, die auf Plastikfolien unter den Bäumen sitzen und mit Speis und Trank der Schönheit der Kirschblüte zusehen. Fast ein wenig Volksfest- Stimmung mit Artisten an jeder 2. Ecke und Essbuden, die von typisch japanischen Snacks bis türkischen Döner alles verkaufen.
Die zweite Station der Jagd lag dann am anderen Ende der Stadt: der Shinjuku Park. Auch hier hatten wir noch Glück und fanden schöne Blüten. Hier konnten wir auch beobachten, wie die kleinen Blütenblätter sich im Wind lösen und wie Schnee durch die Luft schweben und den ganzen Boden bedecken, so dass von der grünen Wiese kaum noch was zu sehen ist. Einfach schön!
Hier nun ein paar schöne Kirschblüten- Impressionen:



Am Abend haben wir uns dann mit Bianca, einer Informandin-Kollegin, getroffen, die mit uns lecker Japanisch essen gegangen ist. Und ne kleine Bar haben wir auch besucht...ein lustiger Abend!
Am nächsten Tag sind wir dann zunächst zum Sensoji, einem Schrein bei uns um die Ecke, gegangen. Die japanischen Schreine sind im Gegensatz zu den chinesischen Tempeln schlichter gestaltet und verzichten auf schnörkelige Verziehrungen. Also mal ein etwas anderer Anblick. Danach habe wir den Imperial Garden besucht. Hier war von der Kirschblüte kaum noch etwas zu sehen, aber schön war der Park trotzdem. Eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
Im Anschluss daran sind wir zum "Rathaus" gefahren. Ein Bürogebäude, das eine Aussichtsplattform hat, von der aus man die Stadt überblicken kann. Dabei ist sehr beeindruckend festzustellen, dass Tokio aufgrund der akuten Erdbeben-Gefahr recht flach gebaut ist. Auch ein seltener Anblick in Asien, wo ja sonst meist die grossen Wolkenkratzer das Stadtbild bestimmen.

Am Sonntag haben wir uns dann auf die Suche nach den "Freaks" gemacht. In Japan lieben es die Jugendlichen (und teils auch ältere Semester) sich am Wochenende zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mit Gleichgesinnten ein wenig Spass zu haben. Haupt-Treffpunkt scheint hierfür dein Eingang des Yoyogi Parks zu sein, und aktuell scheint auch Rockability das Lieblings-Thema zu sein: so sahen wir Männer in kompletter Lederkluft mit riesen Föhnwelle und Mädels mit Petticoats und Bowling-Jacken, die Choreographien zum Besten gaben. Ein lustiges Schauspiel. Fast genausi faszinierend sind dann auch die Menschenmassen, die im Park auf der Wiese ihre Freizeit verbrachten: musizierend, lesend, spielend oder wie auch immer...so viele Menschen auf einen Haufen und dann doch irgendwie ruhig und entspannend. Herrlich!

Ein weiteres Highlight war der Besuch bei dem legendären Tsukiji Fischmarkt. Am Montag in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und ab zum Fischmarkt, wo das größte Treiben wohl schon vorbei war. Trotzdem haben wir noch allerhand Meerestiere und Fische gesehen. Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben: kleine Marktstände in schmalen Gassen aufgereiht, dazwischen düsen kleine Transportwagen umher und auch hier läuft das Ganze doch sehr ruhig ab. Das ist dann wohl das typsich japanische (Nur abends unter Alkoholeinfluss werden sie dann mal lauter...)
Puh, was hab ich nun bei meinem Bericht vergessen? Ah, den Meiji Schrein und den dazu gehörigen Park, das Shopping- Paradies 109 an Shibuya's bekannter Kreuzung mit den ausgeflipptesten Klamotten, die ich je gesehen habe: die Röcke gehen kaum noch als solche durch und die Verkäuferinnen in dem Laden sind aufgestylter als wie "deutsche Mädels wenn sie in die Disco gehen" (O-Ton Jan :o)
Mir hat Tokio sehr gut gefallen und hat schön den Kontrast zwischen China und Japan herausgestellt. Hier ist das Leben dann doch anders: sauberer, leiser, einfach anders.... Ich kann es immer noch nicht richtig in Worte fassen. Und da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, hier wieder der Link zu meinem Webalbum.

Dienstag, 7. April 2009

Great Wall Mutianyu

Am Sonntag stand dann eine erneute Mauerwanderung auf dem Plan: Mutianyu.

Die dreistündige Anfahrt zur Mauer war zwar recht beschwerlich, aber was nimmt man für die Mauer nicht alles auf sich ;o) Der Abschnitt bei Muntianyu ist restauriert und wegen seinem guten Zustand ein richtiger Touristenmagnet: Verkaufsstände, eine Menge "Ausländer" und eine bequeme Seilbahn, die einem auf Mauer-Level bringt, sind die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Entgegen dem Touristenstrom haben wir uns zunächst nach links gewandt, um einen Wachtum auf einem der Berggipfel zu erklimmen. Das war ein ganzes Stück Arbeit...ein Teilstück war eine unmenschliche Ansammlung von Stufen, die mich fertig gemacht haben. Ich habe dann schon mal eine frühzeitige Pause eingelegt und meine Mitstreiter vorgeschickt, damit ich ein wenig erholen kann. So saß ich da also fast alleine auf der Mauer, habe meine Cracker verdrückt und den Ausblick genossen. Gestärkt von der Pause bin ich dann auch noch den Gipel hochgekraxelt, davon die meiste Zeit alleine, was doch schon ein besonderes Gefühl ist: nur ich und die Mauer: Wahnsinn!
Steiler Anstieg aber lohnenswert für super Sonnenschein-Fotos!

Von dem höchsten Punkt auf der Seite ging es dann zunächst wieder zurück, aber nur, um dann auf der anderen Seite den höchsten Wachturm zu erobern, was wieder mit ähnlich vielen Stufen verbunden war. Aber für eine gute Aussicht quält man sich ja gerne ein Stück weit! Und neben schönen Fotos gabs noch eine weitere Highlight, nämlich der Rückweg zum Startpunkt, den wir mit einer Sommerrodelbahn zurückgelegt habe. Ein riesen Spass, aber ohne dauerbremsende Chinesen wäre es glatt noch witziger gewesen. Und als Belohnung für den 3- Stunden Hike auf der Mauer gabs erstmal ein kühles Bier :o)


Fazit von meiner zweiten ausgiebigen Mauertour: leichten Sonnenbrand, zum Glück noch leichteren Muskelkater und ne Menge schöner Fotos mit strahlend blauen Himmel! Wer sich davon überzeugen will, hier ist mein Webalbum.

Sommerpalast bei Sonnenschein

Am Samstag habe wir uns in Richtung Sommerpalast begeben. Das Wetter war wunderbar: 25 Grad, die einem ein Gefühl von Sommer gaben, sowie strahlend blauer Himmel. Und so dachten wohl viele Chinesen trotz Tomb Sweeping Day ebenso wie wir und wollten mal schauen, wie sich der Kaiser vergangener Zeiten bei solchem Wetter etwas Abkühlung verschaffte: In seinem Sommerpalast.
An einem schönen See gelegen, den man einmal komplett umrunden kann, bieten vor allem die schattigen Wälder am Hang des Sommerpalastes etwas Abkühlung.

Zunächst haben wir eine Runde um den See gedreht, was trotz vieler Chinesen dann doch sehr entspannend war und dann sind wir den Berg halb erklommen und haben uns dort hingesetzt und einfach mal die Szene auf uns wirken lassen. Genau richtig für einen schönen Samstagsausflug!

Hier mal eine Impression des Sommerpalastes
Mehr Bilder wie so oft in meinem Webalbum!

Montag, 6. April 2009

798 Art District




Direkt bei meinem Apartmentkomplex um die Ecke befindet sich das Künstlerviertel 798. Das Gelände war einst eine Fabrik, erbaut von den Deutschen. Als das Gelände nicht mehr genutzt wurde, siedelten sich dort unabhängige Künstler an. Im Laufe der Zeit entwickelte sich 798 zu einem In-Viertel, in dem sich viele kleine Galerien, Geschäfte sowie Restaurants und Cafés angesiedelt haben.
Somit lohnt sich also ein kleiner Spaziergang durch das Viertel sowie der Genuss eines leckeren Kaffees in einem der süßen Cafés. Und so haben Eva und ich uns am Freitag nachmittag dort ein wenig umgesehen.
Moderne Kunst zwischen alten Industriegebäuden
Hier ist der Industriecharme ganz gegenwärtig und gezielt eingesetzt.
Früher waren in diesem Gebiet die Fabriken durchnummeriert, ebenso die Strassen und so heisst das Viertel heute 798.

Stadtspaziergang City Walls

Am Freitag habe ich mir erneut einen Tag frei genommen und mit meinen Gästen ein wenig Peking Sightseeing betrieben. Diesmal stand ein Stadtspaziergang auf dem Programm, der uns auch an den alten Stadtmauern Pekings entlang führen sollte.

Gestartet sind wir ein Stück südlich von Platz des Himmlischen Friedens und sind zunächst durch kleine Hutong-Gassen geführt worden. Diese Hutongs waren auch alle noch bewohnt und nicht bloss zu Restaurants oder Geschäften umgebaut. Danach führte uns der Weg durchs ehemalige Gesandtschaftsviertel, das mit seiner Architektur noch leicht an diese Zeit erinnert.
Aber das eigentliche Highlight war der Park mit der alten Stadtmauer. Die Mauer hat zur Ming Zeit das südliche Ende Pekings markiert, und steht nun eigentlich mitten in der Stadt. Viel ist nicht mehr übrig von der Mauer, ein Wachturm wurde aber noch sehr gut erhalten und gibt einem eine Vorstellung davon, wie es hier einst aussah.

Der Wachturm
Die Stadtmauer mit Parkanlage
Und ja, es wird Frühling in Peking!
Mehr Fotos gibt es hier.

Sonntag, 5. April 2009

Sightseeingtour Beijing

Am vergangenen Montag kam mein erster Besuch hier in Peking an: Jan und Eva landeten auf ihrer letzten Station ihres Asientrips hier in Peking. Am Dienstag habe ich mir dann einen Tag frei genommen, um mit den beiden eine Sightseeingtour durch das Herz Pekings zu starten: Platz des Himmlischen Friedens, Verbotene Stadt, Kohlehügel, Hutongs, Beihai Park und Houhai. Klingt reichlich ambitioniert, war aber dort einigermassen entspannt.

Gestartet sind wir also am Platz des himmlischen Friedens, den wir von Süden nach Norden überquert haben. Obligatorische Touri-Fotos inklusive.


In der Verbotenen Stadt war ich ja bereits auch schon, deswegen will ich darüber nun nicht noch mal so viel schreiben. Hier nur ein Foto, das zeigt, wie toll das Wetter an dem Tag war: strahlend blauer Himmel für beste Postkarten-Motive!


Nach Durchquerung der Verbotenen Stadt haben wir den Kohlehügel dahinter erklommen und die Aussicht genossen. Einerseits hat man von hier aus einen guten Überblick über die Verbotene Stadt, andererseits konnten wir aufgrund der klaren Luft fast ganz Beijing erfassen. Das war wirklich eine tolle Rundum-Sicht.



Nach dem Kohlehügel war es dann Zeit für ein kleines Mittagessen, weshalb wir einen Abstecher in die Nanluoguxiang machten. Hier war ich bereits mit Ines Barhopping machen und mit Carmen shoppen, und heute war dann mal Essen gehen angesagt. Waren im Bass By Restaurant, wo es Gong Bao Ji Ding Pizza gibt - also das bekannte Gericht mit Hühnchenfleisch und Erdnüssen auf einer Pizza neu interpretiert: lecker!




Neu gestärkt machten wir uns dann in den Beihai-Park und haben den See einmal umrundet. Es waren recht wenig andere in dem Park unterwegs und da dieser auch recht weitläufig ist, war es sehr idyllisch.




Zuletzt ging es dann fürs Abendessen an den Houhai. Rund um die Seen sind hier auch diverse Restaurants, Kneipen und Geschäfte angesiedelt. Wir besuchten hier das Nan Men Hot Pot Restaurant, das sich in einem restaurierten Hutong befindet. Hier also lecker gespeist und danach noch einen kleinen Absacker in einer Jazz-Bar genommen und dann hieß es nach einem lange Tag auf den Beinen ab nach hause.



Ein wirklich sehr schöner Tag, der mir mal wieder gezeigt hat, was für nette Ecken Peking doch hat. Mehr Fotos gibt es auch hierzu wieder in meinem Webalbum.

Olympiapark

Vorletzte Woche Samstag habe ich mit Carmen unds Lutz zusammen den Olympiapark besichtigt. Wenn man schon in Beijing wohnt, sollte man die olympischen Sportstätten ja auch einmal besucht haben. Unser eigentlicher Plan war, dort am Abend hin zu fahren und zu bleiben, bis die Sonne untergegangen ist und die Beleuchtung eingeschaltet wird. Allerdings scheinen wir uns da ein wenig mit der tatsächlichen Sonnenuntergangszeit vertan zu haben, so dass wir nach 2 Stunden umherlaufen und vom Wind schon gut durchgefroren ohne Nachtbilder wieder abzogen. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt, denn wir haben etwas gelernt: vom weiten sieht das Stadion ("Vogelnest") echt schön aus, aus der Nähe allerdings verliert es viel von dieser Eigenschaft. Und viele, viele Chinesen besuchen das Stadion noch, es war echt was los auf den breit angelegten Wegen! Hier ein paar Fotos, mehr davon im Webalbum.






Dienstag, 24. März 2009

Es gibt kein Bier auf Hawaii - und keine freien Taxis in Guangzhou

An diesem Wochenende stand mal wieder ein Ausflug mit Jan an: Diesmal trafen wir uns in Guangzhou in Südchina.
Anreise fand wie gehabt am Freitag Abend statt. Am Flughafen von Guangzhou bin ich allerdings bei der Suche nach einem Taxi nicht sofort fündig geworden, weshalb ich mich darauf einließ, bei so einem "privaten" Taxiunternehmer mitzufahren. In einem alten Santana mit Mao-Bildchen am Amaturenbrett ging es in rasanter Fahrt zum Hotel, wo schon Jan auf mich wartete, der mit dem Zug aus Hong Kong angereist war. Das Hotel war schön: großes Zimmer, ruhig und Blick auf einen großen Park.

Am nächsten Morgen starteten wir nach einem üppigen Starbucks-Frühstück zu unserer Sightseeing Tour. Erste Station: der Yuexiu Park direkt neben unserem Hotel (siehe Foto). Eine grüne Lunge mit tropischen Einschlägen und ganz offensichtlich die Anlaufstelle der Chinesen in ihrer Freizeit. Da wurde auf alle Arten gesportelt: Basketball, Tischtennis und Tai Chi. Und an vielen Ecken haben Laiengruppen Stücke aus der Peking Oper gespielt. Sehr entspannend, dort entlang zu spazieren.




Danach haben wir noch ein paar Tempelanlagen besucht: Temple of the six Banyan Trees mit einer schönen Pagode (auch hier ein Foto), Guangxiao Temple, der der älteste Tempel in Guangzhou ist und den Temple of the five Immortals, der eher klein und beschaulich ist.
Nach der Tempeltour meldeten sich langsam die an Büroruhe gewöhnten Beine und Füße: Wir hielten ab diesem Zeitpunkt eigentlich kontinuierlich nach einem freien Taxi Ausschau. Da wir allerdings keines fanden, bahnten wir uns weiter unseren Weg durch Guangzhous Straßen, aßen an einer kleinen Bude gebratene Jiaozi und besichtigten die wuselige Einkaufsstraße, die an einen Ameisenhaufen erinnerte.


Dann haben wir uns zu Shamian Island begeben, wo früher die Europäer gelebt haben, als Guangzhou für den internationalen Handel geöffnet wurde. Die Bauten erinnern hier sehr stark an die europäischen Einflüsse (siehe Foto!) Hier waren unsere Kräfte dann endgültig aufgezehrt, das vom Reiseführer angepriesene Restaurant war unauffindbar und wir wollten nur noch eins: ein Taxi, das uns heimfährt. Wir sahen auch viele Taxis, doch alle waren besetzt! Ich hab dann sogar den Taxidienst angerufen, doch der wollte kein Englisch mit mir sprechen (obwohl die nette Dame am anderen Ende der Leitung sehr wohl Englisch verstand...) und meinem Chinesisch wollte sie nicht lauschen und hat aufgelegt. Schon völlig verzweifelt fanden wir dann doch noch ein freies Taxi! Bei unserer Suche fiel mir dann auch schon der Titel für diesen Blogeintrag ein :o)

Am Samstag Abend waren wir dann noch in einem Restaurant bei uns um die Ecke essen und waren dann froh, ins Bett fallen zu können!

Am Sonntag war ja schon wieder Abreise angesagt, so dass wir den Tag ganz ruhig angegangen sind: Also erst einmal wieder ein schönes Frühstück bei Starbucks, dann einen weiteren Park besichtigt, der gleich bei uns gegenüber war: Liuhuahu Park. Auch hier viele Chinesen, die spazierengehen, sich mit der Familie treffen oder anderen Freizeitaktivitäten nachgehen. Wirklich sehr entspannend. Und in diesem Park fanden wir den Frankfurter Rosengarten, der der Stadt Guangzhou zu seinem 2200 jährigen Bestehen 1996 geschenkt wurde. Hut ab, sag ich da nur! Und auch davon habe ich natürlich ein Foto beizusteuern!



Ein weiteres Essen später hiess es dann auch schon ab zum Flughafen bzw. Bahnhof.
Guangzhou war nun nicht unbedingt ein Highlight in China, aber ein entspannter Ausflug, tropische Eindrücke dank 30 Grad und blühenden Parks - eine schöne Abwechslung zum immer noch grauen und kalten Beijing. Und wer mehr davon sehen will: ab zum Webalbum!

Montag, 23. März 2009

Hutong Bar Street

Im Zuge der Ines- Abschieds- Woche waren wir einen Abend in der Nanluoguxiang - der Einfachheit halber Hutong- Bar- Street getauft. Eine restaurierte Hutong- Strasse mit vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Bars. Und da haben wir uns also ein wenig in die Barszene geworfen.
Unser erste Station war die selbsternannte kleinste Bar Pekings. Bei gerade mal 12 qm glaubt man das allerdings sofort. Betrieben von einem Amerikaner (oder Europäer...?) mit seiner Frau bietet diese Bar trotz des begrenzten Platzes eine gute Spirituosen- Auswahl.




Als nächstes zog es uns in einem kleinen Restaurant (Name ist mir leider entfallen...) wo es Sangria (schmeckte allerdings wie kalter Glühwein) und Gong Bao Ji Ding- Pizza (lecker!) gab. Auch hier der Fotobeweis:






Unsere letzte Station des Abends war dann die Dachterasse einer anderen Bar. Es war die letzten Tage ja einigermaßen warm in Peking, so dass wir es gewagt haben, die Dachterasse in Beschlag zu nehmen:







Wirklich ein netter Abend und eine süße Hutong- Gasse, die nach mindestens einem weiteren Besuch verlangt.

Samstag, 14. März 2009

Durstig durch Datong

An diesem Wochenende bin ich ganz spontan mit Katja nach Datong geflogen. Die Stadt liegt zwar nur 300 km von Beijing entfernt, per Zug würde man für diese Strecke allerdings 7 bis 8 Stunden benötigen; da haben wir dann doch den Flieger mit gerade mal einer Stunde Flugzeit bevorzugt.

Am Samstag morgen um 8h30 ging es dann also mit dem Flugzeug nach Datong. Dort angekommen überraschte uns zunächst der Flughafen: sehr klein! Zwei Mini-Terminals, einer für Arrivals der andere für Departures. Gates gibt es keine, man steigt aus der Maschine und läuft halt übers Rollfeld zur Tür des Terminals. Amüsant! Und es bot uns auch schon die erste Möglichkeit, die ausgesprochen schlechte Luft von Datong zu inspizieren!
Im Ankunftsterminal warteten dann schon einige Taxifahrer, die gerne auch Touren zu den Sehenswürdgikeiten anbieten. Wir wollten zu dem Hängenden Kloster sowie zu den Yungang Grotten. Wir verhandelten also kurz mit dem Taxifahrer und machten uns dann auf den Weg. Unser Taxifahrer war dabei eher von der gemütlichen Sorte und so schlichen wir in beschaulichen Tempo durch den Speckgürtel von Datong: kleine, dreckige Häuschen, von denen jedes 3. halb abgerissen war, keine befestigten Fusswege, nur Schotter, und alle paar Meter eine kleine Müllhalde, die der Wind schön in alle Richtungen verteilte, so dass es kaum ein Baum oder Strauch gab, der nicht eine skurille Verziehrung von alten, zerfetzten Plastiktueten trug. Datong hat eindeutig ein Müllproblem. Das trägt dann ja auch nicht gerade zur Luftqualität bei.

Unser erstes Ziel war also das hängende Kloster, das im 6. Jahrhundert an eine Steilwand gebaut wurde. Das Ganze ist sehr beeindruckend, da es sehr fragil wirkt und anscheinend nur von einigen senkrechten Holzbalken an Ort und Stelle gehalten wird. Wir hatten zum Glück gutes Wetter und fandes das Kloster in Sonnenschein gebadet vor. Die Gänge des Klosters sind teilweise sehr schmal und beklemmend, so dass man sich mit einem Rucksack auf den Rücken kaum drehen kann. Die Vorstellung, amerikanischer, übergewichtiger Touristen-Massen in wärmeren Monaten, die sich durch das Kloster zwängen, war beängstigend!











Vom Kloster aus ging es dann zu den Yungang Grotten. Hier wurden zwischen den Jahren 460 und 525 n. Chr. aus einer Sandsteinwand viele unterschiedlich grosse Grotten geschlagen und reichlich mit buddhistischen Figuren verziehrt. Einige davon sind schon sehr stark verfallen und man kann nur noch grob erahnen, wie die Figuren einst aussahen. Andere Grotten, die anscheinend besser vor der Witterung geschützt sind, konnten allerdings noch mit beeindruckenden Figuren aufwarten. Wir haben uns alle der 42 Grotten angesehen. Besonders faszinierend waren dabei die riesigen Buddha-Statuen sowie die reichlich verziehrten Wände einiger Grotten.





Das war dann der Sightseeing-Part des Ausfluges. Es ging dann zunächst zum Hotel (das wirklich ein sehr gutes Preis-Leistungs- Verhältnis bot) um von da aus ein wenig Datong City zu erkunden. Nach einer kleinen Stärkung in Form von Pizza haben wir noch einige Hutongs (alte chinesische Wohnhäuser) besichtigt. Manchmal fast unbeschreiblich, wie dort gelebt wird! Als sich dann der Abend näherte, wollten wir gerne noch in eine Bar einkehren, womit ich nun auch zum Titel meines heutigen Beitrages komme: Wir wurden nicht fündig! Wir fanden keine schöne Bar in Datong! Nachdem wir selber schon eine ganze Weile gesucht hatten, begaben wir uns zurück ins Hotel und fragten dort nach der genauen Adresse einer Expat-Kneipe, die im Reiseführer empfohlen wurde. Wir also mit dem Taxi dorthin, nur um dort eine ausgestorbene, düstere Disco vorzufinden. Durstig und deprimiert haben wir uns dann eine Flasche Wein gekauft, aber selbst die hielt nicht, was sie versprach, den anscheinend war der Wein "umgekippt", denn er schmeckte eher wie Essig! Also blieb uns nur noch die Mini-Weinflasche aus der Mini-Bar des Hotels!

Am Sonntag morgen ging es dann mit dem Flieger zurück nach Beijing...ein toller Kurztrip mit super Sightseeing! Mehr Bilder wie gewohnt in meinem Webalbum.

Mittwoch, 11. März 2009

Tairyo Teppanyaki

Da nun Ines' letzten Tage in Beijing begonnen haben, absolviert sie nun noch ein "Best Of", an dem wir glücklicherweise immer teilnehmen können. Und so ging es dann am Montag zum japanischen Teppanyaki "All you can eat" Buffet. Das Besondere hierbei ist die Tatsache, dass man mit seiner Gruppe um eine heiße Platte herum sitzt und ein Koch die Speisen frisch für einen zubereitet. So gab es vor allem eine Menge Seafood (Lachs und Scampis) aber auch Rinderfilet und Sushi. Die Getränke sind im All you can eat Preis ebenfalls inbegriffen und so gab es noch leckeren Pflaumenwein dazu ;o) Den krönenden Abschluss stellte dabei die frisch kandierte Banane mit Kugel Eis dar, die nicht nur lecker schmeckt sondern auch spektakulär zubereitet wird, nämlich mit einer großen Stichflamme.
Hier die Fotos zu dem Spektakel:







Unser Koch, der hier gerade fleissig die Scampis zubereitet. Ebenfalls schon auf dem Tisch steht das Rinderfilet. Das war auch lecker!





Aber was mich richtig überwältigt hat: ich liebe Seafood! Das klingt nun unspektakulär, aber ich habe noch bis 10 Minuten vor dem Essen behauptet, dass ich das ja eigentlich gar nicht so gerne mag und vor allem nicht, wenn ich die armen Scampis noch köpfen muss. Aber nachdem ich mich hier mal dran versucht habe, kann ich nur sagen: Ich liebe es!




So, und hier noch die flambierten Bananen. Zunächst werden diese leicht angeröstet, dann kommt die Kugel Eis darauf und erst dann wird's flambiert. Diese Bananen sind so lecker, wir hatten davon 3 Portionen!

Verständlich, dass wir danach komplett glücklich und satt nach hause gefahren sind. Am nächsten Morgen mochte mich das Frühstück nicht wirklich reizen :o)

Auf jeden Fall ein Restaurant, dass ich weiterempfehlen würde!

Mittwoch, 25. Februar 2009

Karneval in Beijing

Also, ich bin ja so gar kein Jeck...in meiner Heimat im hohen Norden gibt es Fasching nur für die Kinder...ich weiss, dass ist nicht überall so, aber nun gut, als Hamburgerin konnte ich mich immer erfolgreich dagegen wehren...bis...ja bis ich HIER in Peking mit dem Karnevals-Virus infiziert wurde...

Wir waren ja bereits am 11.11.2008 auf einer Karnevals-Feier, damals allerdings noch unverkleidet. Diesesmal hatten wir etwas mehr Vorlaufzeit (jaa, das war keine Kurzschlusshandlung sondern auf lange Hand geplant!) und so sind wir diesmal sogar mit Kostüm losgezogen.

Nun gibt es hier ja leider keinen Kostümverleih, aber halt massig Klamotten für den schlechten oder schrägen Geschmack und so wurden wir natürlich fündig.


Ich bin als Engel / Elfe gegangen...sogar richtig mit Flügelchen ;o) Hier mal in voller Pracht.



Wir haben uns schön vorher gemeinsam fertig gemacht... hier noch meine Begleiterinnen am Abend: Katja als fieser Pirat und Ines als pink Bibo :o)


Die Party fand im Obiwan Club statt, der gerne mal deutsche Parties veranstaltet. Leider immer mit den gleichen Platten, so dass man schon vorher weiss, was am Abend so gespielt wird.

Aber ich kann nur sagen, Karneval gefällt mir irgendwie (wie gesagt, ich bin infiziert) und vielleicht gucke ich mir das Spektakel auch mal "live" im Ruhrpott an...

Sonntag, 22. Februar 2009

Nachtrag: Valentinstag in Hangzhou

Nun ist es auch schon eine Woche wieder her...ich komme irgendwie nur selten dazu, die Beiträge hier auch zeitnah zu posten. Deshalb also jetzt erst der Bericht vom Valentinstags-Wochenende in Hangzhou:

Am Freitag nach der Arbeit ging es direkt zum Flughafen und mit dem Flieger in 2 Stunden nach Hangzhou. Hangzhou liegt in der Provinz Zhejiang, ca. 200 km von Shanghai entfernt. Am Flughafen habe ich mich dann mit Jan getroffen, der kurz vorher mit dem Flieger aus Hong Kong gelandet war. In einer halsbrecherischen 40-minütigen Taxifahrt ging es dann in die Innenstadt zu unserem Hotel. Das Zimmer war schön und wir hatten sogar Seeblick! Hangzhou's Hauptsehenswürdigkeit ist der Westlake, der so schön ist, dass man ihn in China diverse male kopiert hat.

Wie man schon auf diesem ersten Foto sieht, hatten wir leider mit dem Wetter nicht allzuviel Glück: Am Donnerstag waren hier laut Wetterbericht noch 26 Grad und Sonnenschein und pünktlich zum Wochenende wurden daraus 2 Grad und Regen! Vom Regen sind wir glücklichweise verschont geblieben, aber es war halt sehr neblig.
Am Samstag haben wir uns dann auf gemacht, um ein wenig am See spazieren zu gehen. Der ganze See ist sehr schön angelegt und man kann auf eigens aufgeschütteten Spazierwegen die Ruhe geniessen.

Hier ist einer der sogenannten Causeways zu sehen. Unglaublich, wie ruhig es da war, man hört nur das leise Plätschern des Wassers, ein paar Vögel und das leise Gemurmel der Passanten...aber keine Autos und kein Dauerhupen. War wirklich sehr entspannend.
Wir sind nicht komplett um den See gelaufen, da die Sicht ja leider sehr zu Wünschen übrog ließ. Überdies hatten wir auch sehr schnell entschlossen, dass wir gerne noch mal wiederkommen, wenn hier alles blueht und man klare Sicht hat. Aber auch das trübe dieses Tages hatte was für sich.

Der Nebel ließ den Westsee irgendwie mysteriös erscheinen. Das war dann also wirklich das romantische China, was doch auch sehr passend für den Valentinstag war!

Ansonsten sind wir noch ein wenig durch die Innenstadt von Hagzhou geschlendert. Allerdings ist diese weniger fotowürdig, eine chinesische Großstadt halt...

Am Sonntag mussten wir dann direkt nach dem Frühstück wieder Richtung Flughafen aufbrechen, da unsere Rückflüge schon recht zeitig angesetzt waren.

Hangzhou ist definitiv eine Reise wert...sehr entspannend, am See spazieren zu gehen. Hier kann man dann der Hektik des Alltags zumindestens für ein Weilchen entfliehen. Weitere Fotos gibt es wieder in meinem Webalbum zu sehen.