Vor genau einem Jahr wurde die chinesische Provinz Sichuan von einem starken Erdbeben erschüttert. 70.000 Menschen sind dabei ums Leben gekommen oder verschüttet worden, 5 Mio Menschen sind dadurch obdachlos geworden.
Was vor einem Jahr dazu führte, dass in der Vor-Olympia-Berichterstattung auch mal ein gutes Haar an China gelassen wurde (aufgrund der gut organisierten Hilfsaktionen) und den Blick vom Tibet-Konflikt in eine andere Richtung gelenkt wurde, hat sich tief in das chinesische Gemeinschaftsbewusstsein gegraben. So gibt es aktuell, genau ein Jahr nach der Verwüstung, eine Vielzahl an Berichten, die über das Leben der Menschen berichten, die in der Region obdachlos geworden sind oder Familienangehörige verloren haben.
So sieht man im Fernsehen Geschichten von jungen Paaren, die ihr Kind verloren haben, nun aber neuen Nachwuchs erwarten, von einem Hochzeitspaar, dass sich vor den Ruinen ihres geplanten, gemeinsamen Eigenheims einfinden um dort zwischen den Trümmern ihre Hochzeitsfotos schiessen zu lassen oder von dem Waisenjunge, der bei dem Erdbeben seine Eltern verlor. Sehr bewegende Bilder und Berichte aus dieser Region, die immer noch verwüstet ist.
Heute früh sah ich dann die Bilder vom gestrigen Abend in Wenchuan Country, dem Epizentrum des Erdbebens, wo ein Monument errichtet wurde, um der Opfer zu gedenken und wo Hu Jintao, der chinesische Staatschef, in einem Staatsakt sein Mitgefühl ausdrückte.
Solch eine Berichterstattung habe ich in Deutschland noch nie erlebt...in Deutschland wird sensationshungrig zum Elend gegangen aber es wird selten gezeigt, wie es den Leuten denn später ergeht, wie sie ihre Existenz wieder aufbauen. Vielleicht ist das auch ein grosser Mentalitätsunterschied zwischen den Deutschen und den Chinesen...
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