Samstag, 22. November 2008

Große Mauer Jinshanling bis Simatai

Heute war frühes Aufstehen angesagt: um 7h00 stand unser Fahrer bereit, um uns nach Jinschanling zu bringen. Auf der Agenda stand eine 4-stündige Wandertour bis nach Simatai.

Erst kurz vor der Abfahrt wagte ich es, noch einen Blick in den Reiseführer zu werfen und dort wurde mit mitgeteilt, dass mich ein "teils steil abfallender und dann wieder nach oben kletternder" Weg bevorstand, dass bei Steigungen bis zu 70 Grad "beide Hände gefragt" und dass "Leute mit Höhenangst hier am falschen Ort" sind. Nun gut, rein ins Vergnügen!!

Los ging es mit einer knapp zweistündigen, schwindelerregenden - weil halsbrecherischen - Fahrt in unserem eigens für uns gemieteten Minibus. Der Busfahrer hat sich halt totgelacht, als er kurz hintereinander fast eine Katze und fast einen Hund überfahren hätte...ich weiß nicht, ob er noch mehr gelacht hätte, wenn aus dem "fast" ein "tatsächlich" geworden wäre...

Nun gut, sicher in Jinshanling angekommen ging es an den Anstieg. Kurz hinter dem Eingang wundern wir uns, was dort so viele Chinesen rumstehen und wie sich rausstellt, begleitet uns ein Pulk von ca. 10 Chinesen auf den ersten paar hundert Metern, auch später werden wir ständing mal von Chinesen ein Stück weit begleitet. Natürlich alles Bauern und Mongolen und so ab zwei drittel ihrer Begleitzeit zücken sie dann auch endlich den Bildband oder das T-Shirt, das sie einem verkaufen wollen ;o)

Aber nun zum Eigentlichen: begleitet von strahlend blauen Himmel und bis auf die o.g. Chinesen fast alleine auf weiter Flur, erklimmen wir die Mauer...Stück um Stück...Wachturm um Wachturm...ständig innehaltend, um diese umwerfende Aussicht festzuhalten. Und nach jedem Turm bietet sich einem ein noch unglaublicheres Panorama. Neben der Aussicht hat aber auch die Strecke mir den Atem geraubt: Die Mauer ist zwar z.T. restauriert gewesen, ging aber doch so unglaublich auf und ab, mit riesen Treppen (oder auch mal gar keinen, nur Felsvorsprünge...) Das war schon mächtig anstrengend. Aber wenn man mit solchen Fotos heimkehren kann, hat sich der Aufwand gelohnt:

Mehr Bilder sind in meinem Webalbum zu sehen.
Und hier noch die lustige Reisegruppe nach geschaffter Tour und kurz vor der Abfahrt nach hause:
Die Rückfahrt war dann ähnlich rasant wie die Hinfahrt...nur noch mit dem Highlight gekrönt, dass unser Busfahrer nun einige DVDs besorgt hatte, die wir auf der Auto-Entertainment-Anlage mit Bildschirm in dem Visier des Beifahrers gucken konnten. Zuerst wollte er uns mit Musikvideos im Technostil mit aufreizend tanzenden Chinesinnen erfreuen (ich glaube, Thomas war auch erfreut...!) aber wir haben uns dann für nen Film entschieden (den ich schon kannte, bin dann etwas weggepennt bis...)
Ja, bis ES passierte: Unser Busfahrer hat sich mal wieder ein enges Überholmanöver geleistet, schert dann zwischen nen großen Bus und nen Pick-up wieder ein, der Pick-up bremst scharf, wir auch und während ich uns vorne schon mit der Windschutzscheibe aufm Pick-up sehe, fährt uns hinter der große Bus rein *bums* Schon mal vorweg: uns ist nix passiert, alles in Ordnung. Aber unser Busfahrer natürlich gleich raus, die halbe Mannschaft aus dem großen Bus ebenfalls, viel Geschreie und Gezeter (unser Bus hat ne mächtige Delle am Stoßdämpfer). Naja, irgendwann gehen die beiden Busfahrer ein paar Schritte weiter, man wird sich anscheinend einig, die Menge stobt auseinander und im Bus zeigt unser Fahrer uns stolz die 100 Yuan, die er wohl für die Reperatur rausgeschlagen hat...so macht man das also in China ;o)
Das war also der erste Ausflug hier zur Mauer und ich hab so das Gefühl, dass es nicht der letzte gewesen ist...

Donnerstag, 20. November 2008

Fitness-Studio

Aufgrund des leckeren Essen, des täglichen langen Rumsitzens und wegen der inflationären Nutzung der hiesigen Taxis, fühlte ich mich verpflichtet zum Abschluss eines Fitness-Studio-Vertrages (dachte ich). Und so begaben wir uns denn mal wieder im Konglomerat ins Fitness-Studio um die Ecke: Sieht soweit ganz gut aus, starker Focus auf Ausdauergeräte, die Kraftgeräte sind eher in kleine Ecken gequetscht, aber es gibt sogar Kurse und nen Spinning-Raum und das im Bau befindliche Schwimmbad sah so aus, als könnten wir dessen Eröffnung auch noch miterleben. Naja, wir also knallhart den Preis verhandelt (sind dann bei 1400 Yuan für 10 Monate rausgekommen) und schon mal 100 Yuan angezahlt, damit uns der Preis bis zur kommenden Woche freigehalten wird...
Wir also stolz wie Oskar da raus und treffen an der nächsten Ecke einen anderen Siemensianer, der uns dann erstmal erzählt, dass er ja vom Management unseres Appartmentblocks ne 60er Freikarte bekommen hat....Oho! Also gleich zur Rezeption mal nachgefragt und ... TaDa! ... nun trainieren auch wir für lau ;o) Zumindestens 60 mal...aber das sollte fast reichen für 10 Monate!

Die ersten Trainingseinheiten habe ich nun auch schon absolviert und ... naja ... es ist ganz nett! Das Laufband kann nach Druck auf die richtigen Knöpfe auch Deutsch, das hilft schon mal enorm. Die Kraftgeräte sind aber eigentlich dauerbesetzt...und jedes ist genau ein einziges mal vorhanden (wie erwähnt, wenig Platz dafür eingeplant). Aber ich bin froh, wenigstens Ausdauer machen zu können...damit ich hier nicht ganz aus der Form falle!

In diesem Sinne
sportliche Grüße ;o)

Hast du mal 'ne U-Bahn?

Neulich auf dem Weg zu unserem wochenend-typischen 2-Euro-Gin-Tonic, hab ich mich doch glatt mal auf die anderen verlassen, was das mitführen einer Straßenkarte anbelangte und da waren wir doch glatt verloren: die beiden hatten auch keine Karte dabei! Na, egal, der Taxifahrer wird uns schon verstehen...wir also ins Taxi gehüpft und alle reihum einmal gesagt "Sanlitun"...keine Ahnung, ob er uns aufgrund unserer schlampigen Aussprache nicht verstanden hat, oder ob er nur wissen wollte, wo genau wir da hin wollen...wir kamen nicht weiter.
Da dachte ich mir "Mensch, Judi, so ein paar Worte Chinesisch kannste doch, dann hau rein!" und sagte fröhlich:
"Ni you ditie ma?"
UPS! Habe ich das wirklich gesagt? Heißt nämlich übersetzt: "Hast du eine U-Bahn?"
Verwirrung bei unserem Taxifahrer...aber da ich meinen Fehler zum Glück selbst sofort bemerkte, besserte ich nach:
"Ni you ditu ma?" ("Hast du eine Karte?")
Puh, gerade noch mal am RIESEN Missverständnis vorbeigeschlittert und ganz easy noch rechtzeitig zum Gin-Tonic angekommen ;o)
Merke: ditie = U- Bahn / ditu = (Land)karte

Sonntag, 16. November 2008

Hongqiao Perlenmarkt / Silk Street Cheap-Market

Nach unserem Touri-Programm im Himmelstempel sind wir noch mal unserer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: Shopping!


Gleich um die Ecke beim Temple of Heaven befindet sich der Hongqiao Perlenmarkt. Ein riesen Gebäude, dass in den oberen Etagen anscheinend exquisite Perlen, Jade und Korallen verkauft, allerdings sind die unteren Stockwerke eher durch das typische Cheap- Market Bild geprägt, was mir das Vertrauen in die Exklusivität der Perlen doch eher genommen hat. Sind da also nur kurz einmal durchgehuscht und haben vom oberen Stockwerk noch mal den Blick auf den Park des Himmeltempels genossen.
Da dieses Shopping- Erlebnis dann ja nicht so befriedigend war, haben wir noch einen kurzen Abstecher zum Silk Street Cheap- Market gemacht. Dem Yashow sehr ähnlich, gibt es auch hier kleine Stände auf 4 Etagen, die von Schuhen und Handtaschen bis Kleidung und Souvenirs alles verkaufen. Hier sind wir noch durchgeschlendert und ich bin nun um ein Paar nachgemachter Puma- Sneakers für 5 Euro und nem schönen Pulli für 6 Euro reicher ;o) Das hat dann aber auch erstmal gereicht und nun dient der Sonntag noch zum bequemen ausspannen...!

Temple of Heaven

Unserer heutiger Ausflug führte uns zum Temple of Heaven. Hierbei handelt es sich um eine schön angelegte Parkanlage, in der 2 Tempel stehen. Wir haben uns am Eingang mal den Luxus eines Audio-Guides gegönnt, um auch zu verstehen, was wir uns da angeguckt haben.

Gleich am Anfang haben wir noch was tolles erspäht: Wasser- Kalligraphie! Da war ein Mann am Anfang des Parks und malte mit Wasser Schriftzeichen auf die Steine des Gehweges. Sehr kurzweilige Kunst...aber sehr beeindruckend!

Wir haben dann auch gleich mal den Eingang genommen, der auch immer vom Kaiser genutzt wurde: das Südtor. Als ersten standen wir dann dem Himmelsaltar gegenüber. Ein dreigeschossiger, kreisrunder Altar, in dem die Zahl drei bzw. deren Vielfaches (hauptsächlich 9) eine wichtige Rolle spielen: Drei Etagen, jeweils mit 9 Treppen getrennt und die runde Fläche besteht aus 9 konzentrischen Kreisen, die jeweils aus ein vielfaches von 9 an Steinen besteht. Wenn man in der Mitte auf den leicht erhabenen Stein steht, dann hat man direkten Kontakt mit dem Himmel. Da musste ich mich doch draufstellen!

Im Anschluss kamen wir zur Halle des Himmelsgewölbes. Eine kleine runde Pagode, die schon beeindruckend war, dann allerdings noch von der Halle der Ernteopfer überboten wurde. Das ist wirklich chinesische Architektur der Extraklasse. Auch hier ist drei die dominierende Zahl. So steht auch dieser Altar auf 3 Etagen und hat ein 3-faches Dach. Besonders wichtig ist, dass es ganz ohne einen Nagel errichtet wurde und nur aus Holz besteht.



Wir hatten wieder das Glück von strahlenden Sonnenschein - Beijing meint es echt gut mit uns! Hoffen wir mal, dass es noch lange so bleibt!
Mehr Bilder wieder im Webalbum!