Montag, 27. April 2009

A long walk for rain

Am vergangenen Wochenende bin ich dann endlich mal mit den Beijing Hikers wandern gegangen. Der Ausflug trug den Titel "A long walk for rain", da Dorfbewohner der Legende nach eben diesen Weg barfuss gegangen sind und als sie das Ziel erreichten, wurden sie mit dem lange ersehnten Regen belohnt.
Wir hatten auf dieser Wanderung festes Schuhwerk an, so kam es zu keinen spontanen Regengüssen!

Mit dem Bus ging es an den Ausgangspunkt unserer Wanderung, irgendwo im Pekinger Umland. Es ging einen Berg hinauf, wieder hinunter, durch einige Dörfer hindurch, den nächsten Berg wieder rauf, einen Pass entlang zur anderen Seite und dann wieder hinunter ins Tal, wo dann nach einer weiteren Stunde Marsch auch unser Zielpunkt lag.

Das Wetter war einfach super: strahlend blauer Himmel, nicht zu heiss, frischer Wind, so dass die Wanderung gut zu bewältigen war. Das einzig tückische war der sandig-rutschige Untergrund, der es verlangte, dass man die meiste Zeit den Blick auf den Boden gerichtet hielt und kaum was von der Landschaft mitbekam. Bei den kleinen Verschnaufpausen zwischendrin bot sich allerdings meist eine einfach tolle Aussicht!

Weitere Bilder der Wanderung gibt es hier.

Chinesische Oper

Das Wochenende nach Ostern war Jan dann zu Besuch in Peking und hat seinen Onkel mitgebracht. Da stand dann mal etwas Kultur auf dem Programm und so haben wir uns an die chinesische Oper gewagt.

Das Stück hieß "Peony Pavillion" und handelt von einem jungen Mädchen, dem im Traum ein gutaussehender Mann erscheint, in den sie sich sofort verliebt. Aufgrund dieser in ihren Augen aussichtslosen Liebe und wegen dem schwindenden Frühling stirbt sie (halt eine ganz sensible Seele). Doch der Traummann im wahrsten Sinne des Wortes existiert wirklich und hat auch sie im Traum gesehen. Als er dann ein Bild von ihr findet, betet er dieses geradezu an, was der Geist des verstorbenen Mädchens mitbekommt und ihn deshalb des Nachtens besucht und ihm letztendlich das Versprechen abringt, sie zu heiraten. Erst da verrät sie, dass sie nur ein Geist ist. Mit Hilfe einer Nonne lässt er das Mädchen exhumieren und der Geist fährt wieder in den Körper und die beiden sind glücklich bis ans Ende ihrer Tage (...oder so :o)

Also eine total süße Geschichte, das Ganze nun allerdings verpackt in die klassische chinesische Oper. Also Gesang, der in meinen westlichen Ohren etwas leihernd klingt, aber ja doch irgendwie eine Faszination auslöst. Dazu die schönen Kostüme und die aufwendige Schminke. Mir hat es sehr gut gefallen.


Tokio - Auf der Jagd nach der Kirschblüte

Am verlängerten Oster- Wochenende habe ich das chinesische Festland mal wieder verlassen und zwar in Richtung Tokio! Allein der Flug war schon ein Spektakel: bei Nacht, wolkenloser Himmel und dank Fensterplatz guten Blick auf das Land unter mir...was für ein Gefühl, plötzlich die chinesische Küstenlinie unter sich zu erkennen, darüber hinweg zu fliegen und zu wissen "Wow, ich habe soeben China verlassen" ;o)

Also in Tokio angekommen, Hotel bezogen, eine angenehmen Nachtruhe gehabt und dann am nächsten Tag ab auf die Jagd, auf die Kirschblütenjagd! Zunächst ging es in dem nahe gelegenen Ueno-Park, wo wir auch schon fündig wurden. Herrliche Blütenpracht in weiss bis zartrosa und ein Haufen Japaner, die auf Plastikfolien unter den Bäumen sitzen und mit Speis und Trank der Schönheit der Kirschblüte zusehen. Fast ein wenig Volksfest- Stimmung mit Artisten an jeder 2. Ecke und Essbuden, die von typisch japanischen Snacks bis türkischen Döner alles verkaufen.
Die zweite Station der Jagd lag dann am anderen Ende der Stadt: der Shinjuku Park. Auch hier hatten wir noch Glück und fanden schöne Blüten. Hier konnten wir auch beobachten, wie die kleinen Blütenblätter sich im Wind lösen und wie Schnee durch die Luft schweben und den ganzen Boden bedecken, so dass von der grünen Wiese kaum noch was zu sehen ist. Einfach schön!
Hier nun ein paar schöne Kirschblüten- Impressionen:



Am Abend haben wir uns dann mit Bianca, einer Informandin-Kollegin, getroffen, die mit uns lecker Japanisch essen gegangen ist. Und ne kleine Bar haben wir auch besucht...ein lustiger Abend!
Am nächsten Tag sind wir dann zunächst zum Sensoji, einem Schrein bei uns um die Ecke, gegangen. Die japanischen Schreine sind im Gegensatz zu den chinesischen Tempeln schlichter gestaltet und verzichten auf schnörkelige Verziehrungen. Also mal ein etwas anderer Anblick. Danach habe wir den Imperial Garden besucht. Hier war von der Kirschblüte kaum noch etwas zu sehen, aber schön war der Park trotzdem. Eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
Im Anschluss daran sind wir zum "Rathaus" gefahren. Ein Bürogebäude, das eine Aussichtsplattform hat, von der aus man die Stadt überblicken kann. Dabei ist sehr beeindruckend festzustellen, dass Tokio aufgrund der akuten Erdbeben-Gefahr recht flach gebaut ist. Auch ein seltener Anblick in Asien, wo ja sonst meist die grossen Wolkenkratzer das Stadtbild bestimmen.

Am Sonntag haben wir uns dann auf die Suche nach den "Freaks" gemacht. In Japan lieben es die Jugendlichen (und teils auch ältere Semester) sich am Wochenende zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mit Gleichgesinnten ein wenig Spass zu haben. Haupt-Treffpunkt scheint hierfür dein Eingang des Yoyogi Parks zu sein, und aktuell scheint auch Rockability das Lieblings-Thema zu sein: so sahen wir Männer in kompletter Lederkluft mit riesen Föhnwelle und Mädels mit Petticoats und Bowling-Jacken, die Choreographien zum Besten gaben. Ein lustiges Schauspiel. Fast genausi faszinierend sind dann auch die Menschenmassen, die im Park auf der Wiese ihre Freizeit verbrachten: musizierend, lesend, spielend oder wie auch immer...so viele Menschen auf einen Haufen und dann doch irgendwie ruhig und entspannend. Herrlich!

Ein weiteres Highlight war der Besuch bei dem legendären Tsukiji Fischmarkt. Am Montag in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und ab zum Fischmarkt, wo das größte Treiben wohl schon vorbei war. Trotzdem haben wir noch allerhand Meerestiere und Fische gesehen. Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben: kleine Marktstände in schmalen Gassen aufgereiht, dazwischen düsen kleine Transportwagen umher und auch hier läuft das Ganze doch sehr ruhig ab. Das ist dann wohl das typsich japanische (Nur abends unter Alkoholeinfluss werden sie dann mal lauter...)
Puh, was hab ich nun bei meinem Bericht vergessen? Ah, den Meiji Schrein und den dazu gehörigen Park, das Shopping- Paradies 109 an Shibuya's bekannter Kreuzung mit den ausgeflipptesten Klamotten, die ich je gesehen habe: die Röcke gehen kaum noch als solche durch und die Verkäuferinnen in dem Laden sind aufgestylter als wie "deutsche Mädels wenn sie in die Disco gehen" (O-Ton Jan :o)
Mir hat Tokio sehr gut gefallen und hat schön den Kontrast zwischen China und Japan herausgestellt. Hier ist das Leben dann doch anders: sauberer, leiser, einfach anders.... Ich kann es immer noch nicht richtig in Worte fassen. Und da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, hier wieder der Link zu meinem Webalbum.