Montag, 27. April 2009

Tokio - Auf der Jagd nach der Kirschblüte

Am verlängerten Oster- Wochenende habe ich das chinesische Festland mal wieder verlassen und zwar in Richtung Tokio! Allein der Flug war schon ein Spektakel: bei Nacht, wolkenloser Himmel und dank Fensterplatz guten Blick auf das Land unter mir...was für ein Gefühl, plötzlich die chinesische Küstenlinie unter sich zu erkennen, darüber hinweg zu fliegen und zu wissen "Wow, ich habe soeben China verlassen" ;o)

Also in Tokio angekommen, Hotel bezogen, eine angenehmen Nachtruhe gehabt und dann am nächsten Tag ab auf die Jagd, auf die Kirschblütenjagd! Zunächst ging es in dem nahe gelegenen Ueno-Park, wo wir auch schon fündig wurden. Herrliche Blütenpracht in weiss bis zartrosa und ein Haufen Japaner, die auf Plastikfolien unter den Bäumen sitzen und mit Speis und Trank der Schönheit der Kirschblüte zusehen. Fast ein wenig Volksfest- Stimmung mit Artisten an jeder 2. Ecke und Essbuden, die von typisch japanischen Snacks bis türkischen Döner alles verkaufen.
Die zweite Station der Jagd lag dann am anderen Ende der Stadt: der Shinjuku Park. Auch hier hatten wir noch Glück und fanden schöne Blüten. Hier konnten wir auch beobachten, wie die kleinen Blütenblätter sich im Wind lösen und wie Schnee durch die Luft schweben und den ganzen Boden bedecken, so dass von der grünen Wiese kaum noch was zu sehen ist. Einfach schön!
Hier nun ein paar schöne Kirschblüten- Impressionen:



Am Abend haben wir uns dann mit Bianca, einer Informandin-Kollegin, getroffen, die mit uns lecker Japanisch essen gegangen ist. Und ne kleine Bar haben wir auch besucht...ein lustiger Abend!
Am nächsten Tag sind wir dann zunächst zum Sensoji, einem Schrein bei uns um die Ecke, gegangen. Die japanischen Schreine sind im Gegensatz zu den chinesischen Tempeln schlichter gestaltet und verzichten auf schnörkelige Verziehrungen. Also mal ein etwas anderer Anblick. Danach habe wir den Imperial Garden besucht. Hier war von der Kirschblüte kaum noch etwas zu sehen, aber schön war der Park trotzdem. Eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
Im Anschluss daran sind wir zum "Rathaus" gefahren. Ein Bürogebäude, das eine Aussichtsplattform hat, von der aus man die Stadt überblicken kann. Dabei ist sehr beeindruckend festzustellen, dass Tokio aufgrund der akuten Erdbeben-Gefahr recht flach gebaut ist. Auch ein seltener Anblick in Asien, wo ja sonst meist die grossen Wolkenkratzer das Stadtbild bestimmen.

Am Sonntag haben wir uns dann auf die Suche nach den "Freaks" gemacht. In Japan lieben es die Jugendlichen (und teils auch ältere Semester) sich am Wochenende zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mit Gleichgesinnten ein wenig Spass zu haben. Haupt-Treffpunkt scheint hierfür dein Eingang des Yoyogi Parks zu sein, und aktuell scheint auch Rockability das Lieblings-Thema zu sein: so sahen wir Männer in kompletter Lederkluft mit riesen Föhnwelle und Mädels mit Petticoats und Bowling-Jacken, die Choreographien zum Besten gaben. Ein lustiges Schauspiel. Fast genausi faszinierend sind dann auch die Menschenmassen, die im Park auf der Wiese ihre Freizeit verbrachten: musizierend, lesend, spielend oder wie auch immer...so viele Menschen auf einen Haufen und dann doch irgendwie ruhig und entspannend. Herrlich!

Ein weiteres Highlight war der Besuch bei dem legendären Tsukiji Fischmarkt. Am Montag in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und ab zum Fischmarkt, wo das größte Treiben wohl schon vorbei war. Trotzdem haben wir noch allerhand Meerestiere und Fische gesehen. Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben: kleine Marktstände in schmalen Gassen aufgereiht, dazwischen düsen kleine Transportwagen umher und auch hier läuft das Ganze doch sehr ruhig ab. Das ist dann wohl das typsich japanische (Nur abends unter Alkoholeinfluss werden sie dann mal lauter...)
Puh, was hab ich nun bei meinem Bericht vergessen? Ah, den Meiji Schrein und den dazu gehörigen Park, das Shopping- Paradies 109 an Shibuya's bekannter Kreuzung mit den ausgeflipptesten Klamotten, die ich je gesehen habe: die Röcke gehen kaum noch als solche durch und die Verkäuferinnen in dem Laden sind aufgestylter als wie "deutsche Mädels wenn sie in die Disco gehen" (O-Ton Jan :o)
Mir hat Tokio sehr gut gefallen und hat schön den Kontrast zwischen China und Japan herausgestellt. Hier ist das Leben dann doch anders: sauberer, leiser, einfach anders.... Ich kann es immer noch nicht richtig in Worte fassen. Und da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, hier wieder der Link zu meinem Webalbum.

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