Vor genau einem Jahr wurde die chinesische Provinz Sichuan von einem starken Erdbeben erschüttert. 70.000 Menschen sind dabei ums Leben gekommen oder verschüttet worden, 5 Mio Menschen sind dadurch obdachlos geworden.
Was vor einem Jahr dazu führte, dass in der Vor-Olympia-Berichterstattung auch mal ein gutes Haar an China gelassen wurde (aufgrund der gut organisierten Hilfsaktionen) und den Blick vom Tibet-Konflikt in eine andere Richtung gelenkt wurde, hat sich tief in das chinesische Gemeinschaftsbewusstsein gegraben. So gibt es aktuell, genau ein Jahr nach der Verwüstung, eine Vielzahl an Berichten, die über das Leben der Menschen berichten, die in der Region obdachlos geworden sind oder Familienangehörige verloren haben.
So sieht man im Fernsehen Geschichten von jungen Paaren, die ihr Kind verloren haben, nun aber neuen Nachwuchs erwarten, von einem Hochzeitspaar, dass sich vor den Ruinen ihres geplanten, gemeinsamen Eigenheims einfinden um dort zwischen den Trümmern ihre Hochzeitsfotos schiessen zu lassen oder von dem Waisenjunge, der bei dem Erdbeben seine Eltern verlor. Sehr bewegende Bilder und Berichte aus dieser Region, die immer noch verwüstet ist.
Heute früh sah ich dann die Bilder vom gestrigen Abend in Wenchuan Country, dem Epizentrum des Erdbebens, wo ein Monument errichtet wurde, um der Opfer zu gedenken und wo Hu Jintao, der chinesische Staatschef, in einem Staatsakt sein Mitgefühl ausdrückte.
Solch eine Berichterstattung habe ich in Deutschland noch nie erlebt...in Deutschland wird sensationshungrig zum Elend gegangen aber es wird selten gezeigt, wie es den Leuten denn später ergeht, wie sie ihre Existenz wieder aufbauen. Vielleicht ist das auch ein grosser Mentalitätsunterschied zwischen den Deutschen und den Chinesen...
Dienstag, 12. Mai 2009
Sonntag, 10. Mai 2009
Mein Geburtstag
Letzte Woche hatte ich ja Geburtstag (auf diesem Wege auch noch mal vielen Dank für die vielen Glückwünsche!). Und getreu der deutschen Lesart, habe ich hier auf der Arbeit am Nachmittag Torte ausgegeben. Als ich mit den Kartons der Bäckerei ins Büro kam, war ich dann aber doch etwas verwirrt: die Chinesen ignorierten diesen Umstand komplett. Selbst als ich anfing, die Torten auszupacken und die Tellerchen parat zu legen, wurde weiterhin stur auf den Bildschirm geguckt. In Deutschland hätte mich schon jeder zweite Kollege gefragt, wofür den der Kuchen sei und das es doch nicht notwendig gewesen wäre, und so weiter...aber hier musste ich doch ganz driekt jeden ansprechen :o) Aber dann war es doch noch ganz nett und wir haben uns ein wenig über die vergangenen Maifeiertage unterhalten.


Meine chinesischen Kolleginnen war gar nicht bewusst gewesen, dass ich Geburtstag hatte. Aber als es ihnen dann auffiel, wurde auch sofort was unternommen: ich wurde für den folgenden Abend zur Karaoke eingeladen! Am Dienstag ging es dann direkt nach der Arbeit mit meiner Cheffin aus dem Controlling sowie einer handvoll Kolleginnen zur Karaoke-Bar. Das ist hier ja nicht wie in Deutschland ein grosser Raum, sondern ein Komplex mit vielen unterschiedlich grossen Räumen, die man dann bucht. Essen sowie alkoholfreie Getränke sind ebenfalls inklusive. In meinen speziell gelagerten Sonderfall gab es sogar noch eine gratis Geburtstagstorte (aber erst, nachdem ungefähr jeder Mitarbeiter mal einen Blick auf meinen Pass geworfen hat, ob ich den tatsächlich gestern Geburtstag hatte!).

Und dann gings zunächst ans Essen und dann ans Singen...die englischen Lieder musste ich zwar fast immer alleine singen (mit meiner schrägen Stimme, und dann auch noch nüchtern! *Horror*) aber es war ein grosser Spaß!
Kurz vor 22h war aber auch der Spaß zuende, ich wurde in ein Taxi gesetzt und hab nun die Aufgabe, ein chinesisches Lied Karaoke-sicher zu beherrschen bis wir das nächste mal losziehen.
Shanghai
Über die Maifeiertage hat es Jan und mich diesmal nach Shanghai gezogen. So ging also am Mittwoch mein Flieger Richtung Shanghai, wo dann schon der Pick-Up-Service von unserem Hotel auf mich wartete. Unser Hotel war wirklich klasse: Eine Empfehlung von Jans Arbeitskollegen. Eine kleines Boutique Hotel, das gerade erst eröffnet hatte, nur über eine kleine Anzahl von Zimmer verfügte (die aber voll und ganz durch die Ausstattung und Optik überzeugten!) und wo wir an dem Wochenende scheinbar die einzigen Gäste waren, wodurch uns die volle Aufmerksamkeit des Personals gesichert war :o)



Am Donnerstag führte unser Weg zunächst zu dem Schneider, der uns von Katja und Sebastian empfohlen wurde. Dort wurden dann Anzüge und Hemden bzw. Blusen geordert, und danach konnte dann auch das Sightseeing-Porgramm beginnen: Gestartet haben wir am Bund, der Promenade, die einen Blick auf das moderne Pudong bietet, selber aber mit alten Gebäuden aufwartet. Der Blick war durch einen riesigen Bauzaun etwas getrübt, trotzdem haben wir es geschafft, ein paar schöne Bilder zu schiessen. Hier wurden wir dann auch von einer chinesischen Gruppe angesprochen, zunächst nur, damit wir ein Foto von ihnen machen, dann haben wir uns aber noch ein wenig unterhalten (wo wir herkommen, was wir so machen) und dann wurden wir gefragt, ob wir nicht Lust hätten, an einer Teeverkostung teilzunehmen. Da die drei nicht so wirkten, als wollten sie nur einen Touri-Nepp durchführen, haben wir "ja" gesagt und hatten dann eine sehr lustige Teeverkostung ( der eine hat für uns immer übersetzt, was die kleine Chinesin, die den Tee aufgoss, erzählte, und sage jedesmal "The beautiful woman said..." sehr lustig) Einige Tassen Tee spaeter, hiess es dann allerdings Abschied nehmen, da noch mehr auf unserem Tagesplan stand.
Und so machten wir uns auf nach Pudong und nutzten dafür den sogenannten "Sightseeing Tunnel". man fährt in einer kleinen Kabine durch den Tunnel, der wohl von Kunststudenten, die gerne mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentieren, gestaltet: Klänge wie Unterwasser, bunte Leuchtstoffröhren, Blubbern und Rauschen, Aufblasfiguren...unbeschreiblich...unbeschreiblich schlecht! Man kann sich vorstellen, wie euphorisch wir waren, wo wir doch Retour gebucht hatten und wir später das Ganze nochmal erleben durften!
In Pudong haben wir uns dann zum Oriental Pearl Tower begeben, wohl das Wahrzeichen von Shanghai. Der Eintritt für alle Ebenen kostete unfassbare 15 Euro pro Person. Dafür ging's aber auch ganz nach oben mit einem tollen Blick über die Stadt. Ein kleines Highlight war für uns die Fahrt mit der Achterbahn, die in dem Tower steckt. Sie sah irgendwie verlassen aus, das Gatter zu, keine Menschen da. Jan wollte aber UNBEDINGT mit der Bahn fahren und guckte sich dann etwas genauer um und fand auch den Bediener des Ganzen. Somit kamen wir in den Genuß einer privaten Fahrt...seehr lustig!
Nach dem Oriental Pearl haben wir uns zum Jinmao Tower begeben, der in seiner Bauform an eine Pagode erinnern soll. Auch dort gibt es eine Aussichtsplattform, von der wir noch ein paar schöne Sonnenuntergangs-Aufnahmen machen konnten.
Dem Sightseeing für diesen Tag genug, sind wir zu einem japanischen Teppanyaki gegangen, wo wir uns den Tisch (und auch das Essen) mit einer Gruppe Franzosen teilten, die uns im Anschluss spontan eingeladen haben, sie mit zum Karaoke zu begleiten...gesungen haben wir zwar nicht, aber war doch sehr lustig!
Ursprünglich wollten wir einen Tag auch Shanghai verlassen und nach Suzhou fahren, das mit vielen kleinen Gärten ganz malerisch sein soll. Allerdings wurde uns von unserem Hotel davon abgeraten, da es aufgrund der Maifeiertage sehr voll sein würde. Also sind wir einen Tipp des Hotels gefolgt und waren in der Tian Zi Fang spazieren: eine kleine, verwinkelte Hutong-Gasse, in der sich kleine Gallerien, Geschäfte und Restaurants tummeln. Wirklich sehr schön und ein toller Tipp. Leider begann es dann noch zu regnen, weshalb weitere Sightseeing Aktivitäten ins Wasser fielen...weiterhin standen unsere Alternativ-Ideen an dem Tag unter keinem guten Stern (das ehemalige Wohnhaus von Mao war wegen Renovation geschlossen und das Museum total überrannt), so dass wir nen ruhigen Nachmittag in unserem Hotel genossen.
Desweiteren haben wir in Shanghai gesehen: den People's Square und die pulsierende Nanjing Road, den Jade-Buddha-Tempel sowie den Yuyuan Park mit den angrenzenden Bazaar. Touristisch- historisch hat Shanghai nicht allzu viel zu bieten, allerdings kann es durch sein westliches Flair echt überzeugen...
Krönender Abschluss für unseren Shanghai Besuch war für mich als Siemensianer natürlich die Fahrt im Transrapid zum Flughafen. Leider ist die Station, von der aus man startet, nicht wirklich zentral gelegen und man muss dort auch erstmal mit dem Taxi oder umständlich mit der Bahn hin. Aber von dort aus geht alles ganz schnell: rein in die Bahn, Abfahrt, einige Minuten später bei der Höchstgeschwindigkeit angelangt (431 km/h), dann schon wieder abbremsen und schon ist man am Flughafen!
Shanghai hat mir auch seeehr gut gefallen und ist auf jeden Fall eine Reise wert, nächstes mal werde ich mir dann aber auf jeden Fall die Zeit nehmen, die umliegenden Städte und Dörfer auch zu besuchen.
Fotos gibt's wie gehabt in meinem Webalbum.
Montag, 27. April 2009
A long walk for rain
Am vergangenen Wochenende bin ich dann endlich mal mit den Beijing Hikers wandern gegangen. Der Ausflug trug den Titel "A long walk for rain", da Dorfbewohner der Legende nach eben diesen Weg barfuss gegangen sind und als sie das Ziel erreichten, wurden sie mit dem lange ersehnten Regen belohnt.
Wir hatten auf dieser Wanderung festes Schuhwerk an, so kam es zu keinen spontanen Regengüssen!
Mit dem Bus ging es an den Ausgangspunkt unserer Wanderung, irgendwo im Pekinger Umland. Es ging einen Berg hinauf, wieder hinunter, durch einige Dörfer hindurch, den nächsten Berg wieder rauf, einen Pass entlang zur anderen Seite und dann wieder hinunter ins Tal, wo dann nach einer weiteren Stunde Marsch auch unser Zielpunkt lag.
Das Wetter war einfach super: strahlend blauer Himmel, nicht zu heiss, frischer Wind, so dass die Wanderung gut zu bewältigen war. Das einzig tückische war der sandig-rutschige Untergrund, der es verlangte, dass man die meiste Zeit den Blick auf den Boden gerichtet hielt und kaum was von der Landschaft mitbekam. Bei den kleinen Verschnaufpausen zwischendrin bot sich allerdings meist eine einfach tolle Aussicht!
Weitere Bilder der Wanderung gibt es hier.
Chinesische Oper
Das Wochenende nach Ostern war Jan dann zu Besuch in Peking und hat seinen Onkel mitgebracht. Da stand dann mal etwas Kultur auf dem Programm und so haben wir uns an die chinesische Oper gewagt.
Das Stück hieß "Peony Pavillion" und handelt von einem jungen Mädchen, dem im Traum ein gutaussehender Mann erscheint, in den sie sich sofort verliebt. Aufgrund dieser in ihren Augen aussichtslosen Liebe und wegen dem schwindenden Frühling stirbt sie (halt eine ganz sensible Seele). Doch der Traummann im wahrsten Sinne des Wortes existiert wirklich und hat auch sie im Traum gesehen. Als er dann ein Bild von ihr findet, betet er dieses geradezu an, was der Geist des verstorbenen Mädchens mitbekommt und ihn deshalb des Nachtens besucht und ihm letztendlich das Versprechen abringt, sie zu heiraten. Erst da verrät sie, dass sie nur ein Geist ist. Mit Hilfe einer Nonne lässt er das Mädchen exhumieren und der Geist fährt wieder in den Körper und die beiden sind glücklich bis ans Ende ihrer Tage (...oder so :o)
Also eine total süße Geschichte, das Ganze nun allerdings verpackt in die klassische chinesische Oper. Also Gesang, der in meinen westlichen Ohren etwas leihernd klingt, aber ja doch irgendwie eine Faszination auslöst. Dazu die schönen Kostüme und die aufwendige Schminke. Mir hat es sehr gut gefallen.
Das Stück hieß "Peony Pavillion" und handelt von einem jungen Mädchen, dem im Traum ein gutaussehender Mann erscheint, in den sie sich sofort verliebt. Aufgrund dieser in ihren Augen aussichtslosen Liebe und wegen dem schwindenden Frühling stirbt sie (halt eine ganz sensible Seele). Doch der Traummann im wahrsten Sinne des Wortes existiert wirklich und hat auch sie im Traum gesehen. Als er dann ein Bild von ihr findet, betet er dieses geradezu an, was der Geist des verstorbenen Mädchens mitbekommt und ihn deshalb des Nachtens besucht und ihm letztendlich das Versprechen abringt, sie zu heiraten. Erst da verrät sie, dass sie nur ein Geist ist. Mit Hilfe einer Nonne lässt er das Mädchen exhumieren und der Geist fährt wieder in den Körper und die beiden sind glücklich bis ans Ende ihrer Tage (...oder so :o)
Also eine total süße Geschichte, das Ganze nun allerdings verpackt in die klassische chinesische Oper. Also Gesang, der in meinen westlichen Ohren etwas leihernd klingt, aber ja doch irgendwie eine Faszination auslöst. Dazu die schönen Kostüme und die aufwendige Schminke. Mir hat es sehr gut gefallen.
Tokio - Auf der Jagd nach der Kirschblüte
Am verlängerten Oster- Wochenende habe ich das chinesische Festland mal wieder verlassen und zwar in Richtung Tokio! Allein der Flug war schon ein Spektakel: bei Nacht, wolkenloser Himmel und dank Fensterplatz guten Blick auf das Land unter mir...was für ein Gefühl, plötzlich die chinesische Küstenlinie unter sich zu erkennen, darüber hinweg zu fliegen und zu wissen "Wow, ich habe soeben China verlassen" ;o)
Also in Tokio angekommen, Hotel bezogen, eine angenehmen Nachtruhe gehabt und dann am nächsten Tag ab auf die Jagd, auf die Kirschblütenjagd! Zunächst ging es in dem nahe gelegenen Ueno-Park, wo wir auch schon fündig wurden. Herrliche Blütenpracht in weiss bis zartrosa und ein Haufen Japaner, die auf Plastikfolien unter den Bäumen sitzen und mit Speis und Trank der Schönheit der Kirschblüte zusehen. Fast ein wenig Volksfest- Stimmung mit Artisten an jeder 2. Ecke und Essbuden, die von typisch japanischen Snacks bis türkischen Döner alles verkaufen.
Die zweite Station der Jagd lag dann am anderen Ende der Stadt: der Shinjuku Park. Auch hier hatten wir noch Glück und fanden schöne Blüten. Hier konnten wir auch beobachten, wie die kleinen Blütenblätter sich im Wind lösen und wie Schnee durch die Luft schweben und den ganzen Boden bedecken, so dass von der grünen Wiese kaum noch was zu sehen ist. Einfach schön!
Hier nun ein paar schöne Kirschblüten- Impressionen:
Am Abend haben wir uns dann mit Bianca, einer Informandin-Kollegin, getroffen, die mit uns lecker Japanisch essen gegangen ist. Und ne kleine Bar haben wir auch besucht...ein lustiger Abend!
Am nächsten Tag sind wir dann zunächst zum Sensoji, einem Schrein bei uns um die Ecke, gegangen. Die japanischen Schreine sind im Gegensatz zu den chinesischen Tempeln schlichter gestaltet und verzichten auf schnörkelige Verziehrungen. Also mal ein etwas anderer Anblick. Danach habe wir den Imperial Garden besucht. Hier war von der Kirschblüte kaum noch etwas zu sehen, aber schön war der Park trotzdem. Eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
Im Anschluss daran sind wir zum "Rathaus" gefahren. Ein Bürogebäude, das eine Aussichtsplattform hat, von der aus man die Stadt überblicken kann. Dabei ist sehr beeindruckend festzustellen, dass Tokio aufgrund der akuten Erdbeben-Gefahr recht flach gebaut ist. Auch ein seltener Anblick in Asien, wo ja sonst meist die grossen Wolkenkratzer das Stadtbild bestimmen.
Am Sonntag haben wir uns dann auf die Suche nach den "Freaks" gemacht. In Japan lieben es die Jugendlichen (und teils auch ältere Semester) sich am Wochenende zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mit Gleichgesinnten ein wenig Spass zu haben. Haupt-Treffpunkt scheint hierfür dein Eingang des Yoyogi Parks zu sein, und aktuell scheint auch Rockability das Lieblings-Thema zu sein: so sahen wir Männer in kompletter Lederkluft mit riesen Föhnwelle und Mädels mit Petticoats und Bowling-Jacken, die Choreographien zum Besten gaben. Ein lustiges Schauspiel. Fast genausi faszinierend sind dann auch die Menschenmassen, die im Park auf der Wiese ihre Freizeit verbrachten: musizierend, lesend, spielend oder wie auch immer...so viele Menschen auf einen Haufen und dann doch irgendwie ruhig und entspannend. Herrlich!
Ein weiteres Highlight war der Besuch bei dem legendären Tsukiji Fischmarkt. Am Montag in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und ab zum Fischmarkt, wo das größte Treiben wohl schon vorbei war. Trotzdem haben wir noch allerhand Meerestiere und Fische gesehen. Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben: kleine Marktstände in schmalen Gassen aufgereiht, dazwischen düsen kleine Transportwagen umher und auch hier läuft das Ganze doch sehr ruhig ab. Das ist dann wohl das typsich japanische (Nur abends unter Alkoholeinfluss werden sie dann mal lauter...)
Puh, was hab ich nun bei meinem Bericht vergessen? Ah, den Meiji Schrein und den dazu gehörigen Park, das Shopping- Paradies 109 an Shibuya's bekannter Kreuzung mit den ausgeflipptesten Klamotten, die ich je gesehen habe: die Röcke gehen kaum noch als solche durch und die Verkäuferinnen in dem Laden sind aufgestylter als wie "deutsche Mädels wenn sie in die Disco gehen" (O-Ton Jan :o)
Mir hat Tokio sehr gut gefallen und hat schön den Kontrast zwischen China und Japan herausgestellt. Hier ist das Leben dann doch anders: sauberer, leiser, einfach anders.... Ich kann es immer noch nicht richtig in Worte fassen. Und da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, hier wieder der Link zu meinem Webalbum.
Dienstag, 7. April 2009
Great Wall Mutianyu
Am Sonntag stand dann eine erneute Mauerwanderung auf dem Plan: Mutianyu.

Die dreistündige Anfahrt zur Mauer war zwar recht beschwerlich, aber was nimmt man für die Mauer nicht alles auf sich ;o) Der Abschnitt bei Muntianyu ist restauriert und wegen seinem guten Zustand ein richtiger Touristenmagnet: Verkaufsstände, eine Menge "Ausländer" und eine bequeme Seilbahn, die einem auf Mauer-Level bringt, sind die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Entgegen dem Touristenstrom haben wir uns zunächst nach links gewandt, um einen Wachtum auf einem der Berggipfel zu erklimmen. Das war ein ganzes Stück Arbeit...ein Teilstück war eine unmenschliche Ansammlung von Stufen, die mich fertig gemacht haben. Ich habe dann schon mal eine frühzeitige Pause eingelegt und meine Mitstreiter vorgeschickt, damit ich ein wenig erholen kann. So saß ich da also fast alleine auf der Mauer, habe meine Cracker verdrückt und den Ausblick genossen. Gestärkt von der Pause bin ich dann auch noch den Gipel hochgekraxelt, davon die meiste Zeit alleine, was doch schon ein besonderes Gefühl ist: nur ich und die Mauer: Wahnsinn!
Steiler Anstieg aber lohnenswert für super Sonnenschein-Fotos!
Von dem höchsten Punkt auf der Seite ging es dann zunächst wieder zurück, aber nur, um dann auf der anderen Seite den höchsten Wachturm zu erobern, was wieder mit ähnlich vielen Stufen verbunden war. Aber für eine gute Aussicht quält man sich ja gerne ein Stück weit! Und neben schönen Fotos gabs noch eine weitere Highlight, nämlich der Rückweg zum Startpunkt, den wir mit einer Sommerrodelbahn zurückgelegt habe. Ein riesen Spass, aber ohne dauerbremsende Chinesen wäre es glatt noch witziger gewesen. Und als Belohnung für den 3- Stunden Hike auf der Mauer gabs erstmal ein kühles Bier :o)
Fazit von meiner zweiten ausgiebigen Mauertour: leichten Sonnenbrand, zum Glück noch leichteren Muskelkater und ne Menge schöner Fotos mit strahlend blauen Himmel! Wer sich davon überzeugen will, hier ist mein Webalbum.
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