Samstag, 14. März 2009

Durstig durch Datong

An diesem Wochenende bin ich ganz spontan mit Katja nach Datong geflogen. Die Stadt liegt zwar nur 300 km von Beijing entfernt, per Zug würde man für diese Strecke allerdings 7 bis 8 Stunden benötigen; da haben wir dann doch den Flieger mit gerade mal einer Stunde Flugzeit bevorzugt.

Am Samstag morgen um 8h30 ging es dann also mit dem Flugzeug nach Datong. Dort angekommen überraschte uns zunächst der Flughafen: sehr klein! Zwei Mini-Terminals, einer für Arrivals der andere für Departures. Gates gibt es keine, man steigt aus der Maschine und läuft halt übers Rollfeld zur Tür des Terminals. Amüsant! Und es bot uns auch schon die erste Möglichkeit, die ausgesprochen schlechte Luft von Datong zu inspizieren!
Im Ankunftsterminal warteten dann schon einige Taxifahrer, die gerne auch Touren zu den Sehenswürdgikeiten anbieten. Wir wollten zu dem Hängenden Kloster sowie zu den Yungang Grotten. Wir verhandelten also kurz mit dem Taxifahrer und machten uns dann auf den Weg. Unser Taxifahrer war dabei eher von der gemütlichen Sorte und so schlichen wir in beschaulichen Tempo durch den Speckgürtel von Datong: kleine, dreckige Häuschen, von denen jedes 3. halb abgerissen war, keine befestigten Fusswege, nur Schotter, und alle paar Meter eine kleine Müllhalde, die der Wind schön in alle Richtungen verteilte, so dass es kaum ein Baum oder Strauch gab, der nicht eine skurille Verziehrung von alten, zerfetzten Plastiktueten trug. Datong hat eindeutig ein Müllproblem. Das trägt dann ja auch nicht gerade zur Luftqualität bei.

Unser erstes Ziel war also das hängende Kloster, das im 6. Jahrhundert an eine Steilwand gebaut wurde. Das Ganze ist sehr beeindruckend, da es sehr fragil wirkt und anscheinend nur von einigen senkrechten Holzbalken an Ort und Stelle gehalten wird. Wir hatten zum Glück gutes Wetter und fandes das Kloster in Sonnenschein gebadet vor. Die Gänge des Klosters sind teilweise sehr schmal und beklemmend, so dass man sich mit einem Rucksack auf den Rücken kaum drehen kann. Die Vorstellung, amerikanischer, übergewichtiger Touristen-Massen in wärmeren Monaten, die sich durch das Kloster zwängen, war beängstigend!











Vom Kloster aus ging es dann zu den Yungang Grotten. Hier wurden zwischen den Jahren 460 und 525 n. Chr. aus einer Sandsteinwand viele unterschiedlich grosse Grotten geschlagen und reichlich mit buddhistischen Figuren verziehrt. Einige davon sind schon sehr stark verfallen und man kann nur noch grob erahnen, wie die Figuren einst aussahen. Andere Grotten, die anscheinend besser vor der Witterung geschützt sind, konnten allerdings noch mit beeindruckenden Figuren aufwarten. Wir haben uns alle der 42 Grotten angesehen. Besonders faszinierend waren dabei die riesigen Buddha-Statuen sowie die reichlich verziehrten Wände einiger Grotten.





Das war dann der Sightseeing-Part des Ausfluges. Es ging dann zunächst zum Hotel (das wirklich ein sehr gutes Preis-Leistungs- Verhältnis bot) um von da aus ein wenig Datong City zu erkunden. Nach einer kleinen Stärkung in Form von Pizza haben wir noch einige Hutongs (alte chinesische Wohnhäuser) besichtigt. Manchmal fast unbeschreiblich, wie dort gelebt wird! Als sich dann der Abend näherte, wollten wir gerne noch in eine Bar einkehren, womit ich nun auch zum Titel meines heutigen Beitrages komme: Wir wurden nicht fündig! Wir fanden keine schöne Bar in Datong! Nachdem wir selber schon eine ganze Weile gesucht hatten, begaben wir uns zurück ins Hotel und fragten dort nach der genauen Adresse einer Expat-Kneipe, die im Reiseführer empfohlen wurde. Wir also mit dem Taxi dorthin, nur um dort eine ausgestorbene, düstere Disco vorzufinden. Durstig und deprimiert haben wir uns dann eine Flasche Wein gekauft, aber selbst die hielt nicht, was sie versprach, den anscheinend war der Wein "umgekippt", denn er schmeckte eher wie Essig! Also blieb uns nur noch die Mini-Weinflasche aus der Mini-Bar des Hotels!

Am Sonntag morgen ging es dann mit dem Flieger zurück nach Beijing...ein toller Kurztrip mit super Sightseeing! Mehr Bilder wie gewohnt in meinem Webalbum.

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